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Inhalt 2001

Winterevent 2001 vom 2001-12-22 bis 2001-12-23

Text: Chef

Motorrad fahren ist auf der Liste der schönen Dinge mit Sicherheit wenn schon nicht an erster Stelle, so doch sicher ganz vorne zu finden, Ganz sicher auch unter den ersten Plätzen ist sich in Ingos Palast zu verwöhnen und verwohnen zu lassen. Die winterliche Idylle der vorweihnachtlichen Stille 2001, hoch droben in Hottingen inspirierte uns dies sinnliche- und sinnvolle Ereignis geschehen zu lassen: Benzin Gerede und Völlerei beim kalten Bier und heissen Tee. Immerhin gelang es uns, unter Einsatz von tams eigen konstruiertem, mittlerweile bewährtem OSA (Online-Simmen-Auszähler) einen geeigneten Termin zu finden. Es gibt eben nichts für das man nicht mindestens eine Software Lösung bräuchte.

Mit von der Partie waren: Tinu, Reto, Beeze, Marc, Mounty, Hansmann, Joe, Jottel, tam und Chef und natürlich Ingo der den Job des Hüttenverwalters mit einer Bravour meisterte, dass die Jungs vom Petersberg vor Neid erblassen würden, wenn sie denn nur mal zu Ingo kämen. Für das leibliche Wohl war wie folgt gesorgt:

  • Edles Rindfleisch: Joe und Ingo
  • Bier: Joe und Ingo
  • Gurkensalat: Hansmann
  • Bratapfelkuchen mit Sahne: Mounty
  • Schoggimousse und Kräutermischung: Reto
  • Whisky: Mounty und Jottel
  • Nusszopf und Säfte - (Sexsäfte): Chef

Die von uns erörterten Themenbereiche können mit folgenden Stichwörtern kurz angerissen werden, ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht:

  • Ingos zugelaufene Hauskühe, sowie die Prophylaxe derer mit Hilfe des Kuhnetzes
  • Vor- und Nachteile von Schamlippenaugenlidern
  • Herr Schilly auf dich könnten wir gut und gerne verzichten
  • Milde von Whisky in Abhängigkeit des Alters.
  • Gnade und Anerkennung des Informatikers am Arbeitsplatz in Abhängigkeit der Bartlänge.

Wir hatten uns wohl den winterlichsten aller Abende ausgesucht um uns für den Frühling bereits das notwendige Kampfgewicht an zu futtern, was mit der vorhandenen Verpflegung auch durchaus gelang.

Die Krönung des Abends war natürlich als uns tam das Heil verkündete, dass uns geboren ein auserkoren Serverlein so jung, so zart.

So zogen sich die Stürmer zu vorgerückter Stund in ihre Gemächer zurück, um schon wenige Stunden später den Morgen zu begrüssen, der sich nicht weniger winterlich zeigte. Natürlich dauerte es ein Weilchen bis jeder begriffen hatte, dass das Visier nicht klemmt sondern sich am Auto einfach nicht schliessen lässt, aber auch diese Hürde wurde von allen genommen.

2002 wir kommen!

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Schlammbada am 2001-10-06

Text: Beeze

Am Samstag dem 06.10 war es wieder mal soweit, Beeze goes 3h Enduro. Diesmal im heimischen Schopfheim, grade mal 15km weit weg. Im Mai hatte ich mich bei deren ersten Veranstaltung ja nach 30min mit einer gezerrten Schulter frühzeitig verabschiedet, diesmal hatte ich mir die Ziele etwas höher gesteckt. Zumindest die 3h überstehen ;-)

Am Freitag nach der Abyte mal schnell in Schopfheim vorbeigeschaut und den Kurs besichtigt. Nett, was die Jungs aus der recht kleinen Crossstrecke gebastelt haben. 2 kurze aber heftige Steilauffahrten mit jeweils heftigem Richtungswechsel drin, ein enger Slalom über den Wiesenhang und die 4 wunderschönen Table + den geilen bergab Zielsprung. Das ganze auf dem bekannten Erdkurs, der in optimalem Zustand war. Nicht ausgetrocknet und staubig wie im Mai, aber auch kein Schlammbad, also Grip ohne Ende

Tja, und dann kam Freitag nacht, ab 24:00 bis in den frühen Samstag pisste und hagelte es was das Zeug hielt ;-( Entsprechend abgesoffen war die Strecke, echtes Hoope IV Feeling, strahlender Sonnenschein und die Strecke eine einzige Fangopackung. Bereits in der Besichtigungsrunde spielten sich dramatische Szenen ab, ca 15 Moppeds lagen kreuz und quer im Steilhang, auf dem Wiesenhang hing der Rest an einer ansich total harmlosen Stelle, nur auf nassem Gras gript es halt verdammt wenig. Nach ca 15 min war ich von der Besichtigungsrunde zurück, bereits heftig am pumpem, Kunststück wenn man das Mopped jeden Hang hochschieben muss.

Entsprechend dann der Start: bis auf 3-4 Bekloppte schlendert jeder zu seinem Mopped, kickt es in Gemütsruhe an und eiert den Starthang hoch. Sollen doch die anderen wenigstens mal ne ordentliche Spur legen. An den zuvor beschriebenen Stellen herscht bereits das blanke Chaos, bis auf Manni Schäuble (Top-WM MXer in den frühen 80ern), sucht sich eigentlich jeder sein Plätzchen wo er sich ausbreitet oder hängen bleibt. Der Rennleiter hat ein Einsehen und nimmt in den nächsten 2 Runden den Slalom und die eine Auffahrt aus der Runde, die 2 Auffahrt lässt sich aber nicht umfahren, hier bleibt es die nächsten 60 min extrem lustig. So nach 30 min und stolzen 2 Runden beschliesse ich ein Päuschen zu machen, es hat wirklich keinen Sinn auf dieser Schmierseife zu fahren, aber es trocknet ja mächtig ab! Als ich nach 45 min wieder ins Rennen gehe lässt sich doch bereits so etwas ähnliches wie Grip erahnen, ich bringe die nächsten 4 Runden einigermassen hinter mich, nicht ohne an 2-3 Stellen wild schiebend, fluchend und hampelnd rumzuknorzen. Und nach 60 min packe ich mich mitten im Steilhang hin ;-( Dank ca 30cm Lehmabsätzen unter dem Schuhwerk habe ich auch keine Chance zum Mopped hochzuklettern, ich rutsche einfach nur wieder runter. 2 Streckenposten haben die WR inzwischen mit Seilen von der Strecke gezerrt, ich bin auf allen 4 zum Mopped gekrabbelt und habe dann erstmal ein bisschen gekickt, oh wie ich mir in solchen Situationen einen E-Starter wünsche. OK, nach ca. 10 Versuchen brabbelt die Kleine wieder, nach unten rollen und........ tja diesmal dreht es mich kurz vor der Kante rechtwinklig ins Gebüsch. Zum Kotzen, solange es voll schmierig war bin ich den Hang jedesmal hochgekommen und jetzt wo zumindest eine winzige Spur Grip bietet stelle ich mich an wie der Depp vom Dorf.

3. Anlauf mit viel Lärm im 2. Gang, sauber den ersten Teil hoch, den Knick verpasst, fast den Streckenposten abgeräumt und mit ca 10m Trassierband im Schlepptau wheele ich mich über eine dezent veränderte Streckenführung(TM) wieder zurück auf die Strecke ;-)

In der nachfolgenden Frustpause sinniere ich über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und den Unsinn des Endurofahrens im Besonderen. Da mir nichts Weises dazu einfällt, gehe wieder auf die Strecke, nicht ohne meinen inzwischen zahlreichen Fans versichert zu haben, das nexte mal sehen sie mich erst wieder auf der Bahre oder bei Rennende. Und so kommts auch! Also ich bin die letzten 2h durchgefahren, die letzte Stunde war sogar richtig spassig, man konnte die Table voll springen ohne im Schlamm aufgesogen zu werden, die Anlieger haben einen auch nicht mehr oben über die Kante gespuckt, in dne Senken musste man nicht mehr den Schnorchel auspacken und auf der Startgeraden freuten sich auch der 4+5. Gang über Beschäftigung. Es hat schon fast richtig viel Spass gemacht. OK, die letzten 30min wurden dann etwas eng, ich sollte doch mal wieder etwas für die Kondition tun, aber es ging. Um 13:30 werden wir endlich abgewunken und taumeln in die Helferzone. Platz 17 von 32 mit 20 Runden, nuja nicht toll aber im Mittelfeld, zum Schäuble Manni fehlen mir bloss 33 Runden!-) Aber bis Platz 4 hat auch keiner viel mehr als 30 Runden, das relativiert das ganze etwas. Und noch vielmehr, am Nachmittag war dann ein 3h Cross auf der gleichen Strecke, der beste Fahrer dort schaffte AFAIR so um 65 Runden, bei inzwischen wieder optimalen Bedingungen, Grip ohne Ende, Sonne, 20°C etc. Nachdem mich dann meine Lebensgeister wieder aufgesucht haben, gehe ich ans Abdampfen, ca. 20 min später sieht der braune Erdklumpen wieder halbwegs nach meiner WR aus und ich begebe mich direkt zum wohlverdienten Afterracebier, ein bisschen den Crossschwucteln zuschauen, paaah, bei so Bedingungen kann ja jeder fahren! Nix für Männer! Oder so. Is doch wahr ;-))

Achja, sagte ich schon das ich Schlamm hasse wie die Pest? Und das ich nextes Jahr selbstredend wieder dabei bin!

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Alpen-Tour 2001 vom 2001-09-29 bis 2001-09-30

Text: aceman

BST-Alpentour 2001 - der Bericht der versucht Unfassbares in Worte zu fassen.

Karte der Tour (1749x1503 - 612KB)

Da wir nach all den leiden Ereignissen der letzten Zeit endlich wieder einmal den Kopf freimachen und den Kropf leeren wollten, haben wir uns in Wuerenlos getroffen - so kriegt man nämlich die Wirren los oder ist dann wirrenlos. Wie auch immer: BST ging auf die erste offizielle BST-Alpentour, was auf keinen Fall mit anderen Events gleichen Namens zu verwechseln ist - im Gegensatz zu einer generischen Alpentour wird bei BST wie immer mächtig am Kabel gedreht und genüsslich sowohl Benzin wie auch Gummi in die Atmosphäre verdampft...

BST-Alpentour 2001 - Tag 1 oder die Prüfung (feat. Berge und Wetter)

Route Samstag: Laufenburg - Würenlos - Niederurnen - Klausenpass - Gurtnellen - Wassen - Schöllenen - Andermatt - Oberalp - Obersaxen - Illanz - Versamschlucht - Tiefenkastel - Albulatal - Albulapass - Bernina - Le Prese

Natürlich war der erste Treffpunkt um neun Uhr in Laufenburg, wo sich fünf der Stürmer trafen, um dann auf der Autobahnraststätte in Würenlos auf die versammelte Alpenkompetenz zu treffen. Nach einem stehendem Frühstück (herzlichen Dank dem Spender) und ein bisschen Quasseln sind wir dann auf der Bahn Richtung Niederurnen aufgebrochen, um möglichst schnell in die Alpen vorzustossen, was durch Tinus gute Kenntnis der innerzürcherischen Verkehrsführung (praktischerweise hat's keine Autobahn durch die Stadt) auch zu einem grossen Mass gelang. Bevor wir aber nach der vignettenlosen Bahnfahrt in den Alpen angekommen sind, war dies für alle erst einmal eine Reise in die tiefste Provinz der tiefsten Innerschweiz - nach dem dritten Alpabzug weiss nun wenigstens der hinterletzte an der Alpentour mitgefahrene Stürmer, dass Kühe nicht nur Glocken, sondern auch Hüte aus Blumen tragen können. Irgendwer meinte im tiefsten Alemannisch: "Jetzt wuesse mer wenigschtens woher der Kaes kunnt" - recht hatte er, wobei ich trotz meines roten Passes nicht sagen könnte, ob das jetzt Käse- oder Schoggi-Kühe waren... ;)

Anyway - nachdem wir ein paar Mal trotz stark zuckendem Handgelenk zum Stillstand gezwungen wurden (so eine Kuh wiegt wohl in etwa gleich viel wie die versammelten glorreichen Sieben der BST), war es endlich Zeit, eine sich in die Höhe schraubende Strasse zu befahren. Der Klausenpass stand als Aufwärmübung auf dem Programm, der noch nicht gerade als hochalpin bezeichnet werden kann, doch mit seinen über unzählige Bodenwellen (am liebsten in der Beschleunigungsphase) zu erreichenden 1948m schon einmal einen guten Vorgeschmack auf die uns bevorstehenden Tage lieferte. Nach einem kurzen Rauch- und Pinkelstop ginges dann aber weiter in Richtung Bürglen (IIRC der Geburtsort von Wilhelm Tell) und Altdorf (Hauptort von Uri) und dann noch tiefer hinein in das Herz der Schweiz - Mittagessen war dann in Andermatt angesagt, was so ziemlich als Mitte der Schweiz bezeichnet werden kann, da das Wasser in allen Richtungen davonfliesst.

Wie dem auch sei, haben wir uns dort erst einmal ein bisschen gestärkt (in den verschiedensten Interpretationsvarianten zu erleben), um dann genügend Energie für den Oberalp zu haben, auch wenn der nicht unbedingt zu den zehn grössten Herausforderungen dieser Alpen gehört. Die Herausforderung lag dieses Mal in einem wirr herumkurvenden Dosentreiber, der Tinu bei einem Überholmanöver (natürlich haben wir und nicht er überholt) fast von der Strasse drängte, was Tinu dann dazu veranlasste ihn erst einmal ein bisschen mit Tempospielchen zur Tugend zu bringen, nur um ihm dann noch gebührend die Leviten zu lesen, als er sich ihn bei einem Baustellenhalt zur Brust nahm - der Typ war jenseits, doch das kennen wir ja bereits aus eigenen Erfahrungen zur Genüge, dass ich hier nicht mehr viele Worte darüber verlieren und mich wieder den schönen Dingen zuwenden möchte: dem Motorradfahren in den Alpen :) Man kann schon sagen, dass die Fahrt die Surselva hinunter ein sehr schönes Erlebnis ist, was nicht zuletzt mit der Tatsache zusammenhängen dürfte, dass auf dem Oberalp meist die trockene Witterung und das schöne Wetter anfängt, wenn es auf der Nordseite der Alpen mehr nass denn Spass heisst.

Bevor wir die Temperaturdifferenz zwischen Pass und Tal richtig fühlen konnten, stich Tinu nach einem gezielten Blick auf GPS und Roadbook auch schon wieder rechts hoch in Richtung Obersaxen - eine kleine Strasse war's freilich und manch einer von uns hätte dort höchstens noch mit einem Wanderweg gerechnet. Ok, es war zwar durchwegs geteert, doch allzu breit war's nicht gerade, so dass wir wieder mit Überholmanövern zu kämpfen hatten, was uns jeweils ziemlich kriminell zwischen zwei blinden Kurven dann meist mit einiger Geduld gelang - jaja, die vom lokalen Kräuter besoffenen Jäger mit ihren vierradgetriebenen Subarus... Zum Glück hatte es nicht viel Verkehr und so genossen wir das regelmässige Schwingen über eine kleine Überlandstrasse und gelangten am Ende der Weide- und Waldlandschaften mit einem genüsslichen Grinsen nach Illanz, wo wir dann in Richtung Versamschlucht abgebogen sind. Nun gut - die Versamschlucht: wo soll ich anfangen...? Die ist einfach genial und so was von eindrücklich, dass einem fast die Spucke wegbleibt - nur gut dass das Herz am richtigen Fleck blieb und nicht in die Hose rutschte, denn sonst könnte das üble Konsequenzen haben: rechts die sandige Felswand und links etwa 200m Abgrund ;/ Die Strasse ist weiterhin eng und zum Teil auch noch mit baustellenbedingten Schotter- stücken durchsetzt, so dass man eh nicht mit dem Knie am Boden in Hoechstgeschwindigkeit drüberbrettern kann - die Herausforderung besteht vielmehr im gefühlvollen Erforschen der Haftgrenze. In der einzigen übersichtlichen Kurve mit einer kleinen Ausweich- stelle haben wir dann angehalten und erst einmal einen Photohalt gemacht - erst jetzt wurde uns allen die volle Pracht der während der Fahrt zum Teil durch Wald verdeckten Versamschlucht bewusst. Oben die Strasse - unten die einsamen Geleise der Eisenbahn und der Fluss mit der Schlucht seine ganze Kraft demonstrierend.

Nach neuen Weitpinkelrekorden (nicht nur die Windrichtung sondern auch der Höhenabfall hat gepasst), ein paar Zigaretten und Motorräder später sind wir dann wieder aufgebrochen, da wir doch noch einiges in Planung hatten - selbstverständlich mit unterschiedlichen Szenarien bezüglich Zeit und Wetter :) Wie befürchtet war nicht so sehr die Zeit ein Problem, doch das Wetter schien ein wenig schlechter als erwartet zu werden... Wir waren aber schon in Tiefencastel und der nächste Pass wartete auch schon wieder mit einer neckischen Anfahrt - erst in Richtung Lenzerheide und dann geht's irgendwann rechts ab in Richtung Albulatal, welches seinen Höhepunkt im Albulapass findet. Die Strasse ist sehr schön und abwechslungsreich geführt, doch verhält sich die Qualität des Belages indirekt proportional zu den steigenden Höhenmetern wobei alles im grünen Bereich bleibt - für Weicheier ist dieser Pass aber sicher nicht geschaffen worden... Die Strasse schraubt sich dann ab Berguen entlang von Weiden und Felsen den Berg hoch, um oben auf der Passhöhe in 2315m in einer Steinwüste den Weg in Richtung Engadin freizugeben. Die Wolken hingen gar tief und aus dem Nebel heraus nieselte leicht, was sich weiter ins Engadin fortzupflanzen schien, wie wir von dort oben herunterblickend erkennen konnten. Aber erstens ist man Optimist (alles wird gut) und zweitens sind Regenkombis ja eh nur was für leidensunfähige Schwächlinge - da muss man auf einer Tour halt einfach durch: Zaehne zusammenbeissen, Arschbacken straffen und Gas hiess einmal mehr die Devise...

*uiuiui* ...aber kalt war's trotzdem ganz schön ordentlich und so waren wir froh, dass ein den Eingeweihten bekannter Stürmer in Sachen Benzin wieder einmal eine Knappheit zu beklagen hatte, so dass wir uns ein bisschen aufwärmen oder zumindest für ein paar Minuten an einem trockenen Ort rasten konnten - Hände wurden gerieben, Nasenspitzen trieften und Brillengläser beschlugen. Nur einer grinste in einer wärmenden Frische aus seinem Regenkombi, dass er wohlweislich bereits auf dem Albula übergezogen hatte - der wird dann schon noch ins Schwitzen kommen, wenn wir erst über die Bernina in den warmen und trockenen Süden gelangen. Dachten wir... ;/ Aber erstens ist man Optimist und - ach das sagte ich schon. So fuhren wir also weiter in Richtung St.Moritz, um kurz davor links ab in Richtung Pontresina und Bernina zu fahren - es sah immer noch ziemlich verhangen aus, doch wir wussten genau, dass sich irgendwo dahinter die Sonne verstecken würde, wobei uns nicht klar war, wie weit hinten dies heute der Fall sein sollte. Schon anständig feucht, kalt bis durchgefroren und auf rund 2300m über Meer entschlossen wir uns kurz vor der Passhöhe dazu, endlich die Regenkleider ihrer Bestimmung zuzuführen, was bei manchen ein bisschen weniger lang dauerte als bei anderen - die verdammten Latex-Überziehdingens sind einfach wirklich die Hölle und wenn dann erst noch die Hände an Unterkühlung leiden, wird der Spass auch nicht viel grösser, doch nach gütiger Mithilfe von allen Seiten habe ich es dann auch noch endlich geschafft und musste nur noch jemanden finden, der mir den DD-Ring am Arai richtig verschlaufen konnte. Nach rund einer Viertelstunde war's dann endlich soweit, so dass wir kurze Zeit später die Passhöhe erreichten, wo es nur noch ein paar Grad vom Schneien entfernt kalt war - das hat wie Nadeln auf der Haut gestochen und wir waren alle froh, dass die Strasse auf der anderen Seite wieder hinunterging, denn es waren weder die Gletscher und verschneiten Berge links und rechts der Strasse noch die schön zum stahlblauen Himmel kontrastierenden goldgelben Lerchen zu sehen. Grau, grau und noch einmal grau...

...aber erstens war's jetzt nicht mehr weit bis zum rettenden Hotel und zweitens ist das Wetter wie vom Chef richtig bemerkt bei so fetter Streckenführung nurmehr zweitrangig - last but not least macht's halt einfach ungemein Spass mit einer Truppe wie den Stürmern unterwegs zu sein, da die Stimmung doch immer sehr gemütlich ist. Na klar, die Aggressionen lassen wir auf der Strasse an den uns vorgesetzten Opfern aus... Dass es keine Gegner gibt, liefert dann für einen weiteren heiteren Abend Gesprächsstoff...

Oh je, ich komme wieder vom Weg ab. Naja, nur gut, dass es beim Schreiben weit weniger schlimme Konsequenzen als beim Kradeln hat und so kann ich auch weiterschreiben - der geneigte Leser befindet sich ja immer noch in Schräglage mit feuchten Klamotten und einem sich beschlagenden Visier in einer regenkalten Herbstnacht irgendwo zwischen Bernina und Le Prese ;/ Normalerweise (sprich bei klarer Sicht und trockener Fahrbahn) gehört das Puschlav (zu italienisch Val di Poschiavo) zu den mitreissensten Strecken, da sich die Kurven rhythmisch den Berg runterschwingen und man so genüsslich viele Höhenmeter verlieren kann - jetzt war aber Regen, Dämmerung und nasse Fahrbahn, was aber dem Spass keinen Abbruch tat, selbst wenn ich nichts dagegen gehabt hätte, wenn ich erstens mehr gesehen hätte und zweitens auch ein funktionierendes Rücklicht als Leithammel hätte missbrauchen können. Letzten Endes spreche ich den Anwesenden aber wohl aus dem Herzen, wenn ich zu Papier bringe, dass alle froh waren, als wir im Hotel in Le Prese eingeschlagen sind, was um etwa 19 Uhr der Fall war. Mopped parken, Fluppe rauchen und hoch ins Zimmer, wo eine wärmende Dusche und wider Erwarten ein funktionierender Heizkörper auf unsere klammen Finger und feuchten Kleider warteten - und dann erst das Bett... Hätte sich nicht der Hunger bemerkbar gemacht und die Nachrichten mit dem Wetter unsere Aufmerksamkeit erfordert, so hätte man sich gerade daran gewöhnen können - zumal das Wetter für den morgigen Tag mindestens für den Morgen auch nicht allzu spektakulär aussah.

Nichtsdestotrotz kämpften wir alle höchst tapfer weiter (einige hatten bereits einen Vorsprung als Tinu und ich nach unten gekommen sind) und rafften uns für ein sehr leckeres Abendessen, unzählige Liter benzingetränkte Worte und in der Folge einem rundum sehr spassigen Abend auf, der dann erst nach Mitternacht sein Ende fand - über die Geschehnisse hinter den Hoteltüren hüllen wir den Mantel des Schweigens... *dawargarnixgrins*

BST-Alpentour 2001 - Tag 2 oder die Offenbarung (feat. Special EFX)

Route Sonntag: Le Prese - Tirano - Grosio - P. della Foppa - P. di Guspessa - P. di Aprica - Chiavenna - Splügenpass - Splügen-Dorf - Roflaschlucht - Via Mala - Thusis - Zürich - ....

Angesichts der immer noch in einer stolzen Präsenz glänzenden Wolken entschlossen wir uns, das Morgenessen sogar im Sitzen einzunehmen und die Abreise auf nach dem Morgengrauen zu verschieben - da man aus Erfahrungen (von "Fehlern" zu sprechen wäre hier deplaziert) lernt, entschlossen wir uns bereits in der vollen Regenmontur loszufahren, was sich als richtige Entscheidung erweisen sollte, auch wenn der Regen je länger der Tag dauerte stetig abnahm, Aber halt: ich greife vor und will noch nichts verraten - wäre ja nur zu schade, wenn die eingeschlagene Abkürzung einem ungeachtet der kleinen aber feinen Details zielgenau ins Ziel führt, denn schliesslich ist ja bekanntlich der Weg das Ziel...

Da der Spassfaktor des Weges mit entscheidend vom Wetter beeinflusst wird und das Wetter Richtung Süden und Westen vielversprechender aussah, brachen wir in Richtung Tirano-Grosio auf und fuhren zwecks schnellem Landgewinn auf Hauptstrassen bis Grosio, wo Tinu einmal mehr eine für Normalsterbliche höchstens als gut getarnte wenn überhaupt erkennbare Einfahrt genommen, die sich als äusserst abwechslungsreich und interessant erwiesen hat: es ging los in Richtung Passo della Foppa, der sich um ein Haar zu einem Faux-Pas entwickelt hätte, doch dazu später mehr. Die Strasse ist sehr schmal und mit diversen kleinen Gemeinheiten gestreut, so dass einem gar nie langweilig wird - Verkehr hatte es praktisch keinen, was sich angesichts der vielen blinden Kurven als sehr willkommen entpuppte, denn es gab ja noch Genügend andere naturbedingte Aufgaben zu lösen. So hätte es viele Pfützen, Dreck, Blätter, Kies, Schlaglöcher, wechselnde Beläge - und Kombinationen davon. Letzten Endes sind Trips mit BST immer lehrreiche Etappen auf dem Weg zum kompletten Motorradfahrer und so sahen wir die Widrigkeiten als Herausforderung an und spielten mit, denn nur durch ein bisschen Regen lässt man sich doch nicht das Motorradfahren verderben. A propos "lehrreich" - da kommen wir doch um eine Kurve und *zack* stehen etwa zwanzig Ziegen mitten auf der Strasse. Die machen nicht etwa Anstalten die Strasse in grossen Luftsprüngen zu verlassen, sondern möchten erst ihre Neugier gestillt wissen, bevor sie sich dann wieder in die für sie vorgesehene Wiese bemühten.

Man merke: Bei Ziegenkot in grossen Haufen muss irgendwo 'ne Herde laufen! (frei nach Tinu)

Sind schon spassige Tiere und im Gegensatz zu den Kühen wäre der Gasgriff als Alternative zur Bremse bei Ziegen nicht so folgenschwer - wir haben natürlich schön verlangsamt (nicht angehalten, denn am Boden war alles vollgeschissen!), aber dies auch nur aus dem Grund, weil ein allfälliges Rencontre mit einer Ziege die Notwendigkeit von Bodenkontakt auf sich gezogen hätte ;/ Flink wie die Ziegen sind, waren sie dann auch schon wieder weg, so dass wir weiter hoch die Hügel und über die Hochplateaus unsere Kurven schwingen konnten, um dann oben am See eine kleine Pause einzuschalten - Körper und Geist Wollten wieder ein bisschen entspannt werden. Eine nicht ganz unpassende Bemerkung wurde von tam fallengelassen, als er meinte, dass er froh um das beschlagene Visier sei, da er so nicht all den Dreck auf der Strasse sehen würde - Visier runter und Gas. Oben am See habe ich dann noch die ortsansässige Entenschule durch eine sehr kleine Crossrunde am Seeufer verunglimpft, doch diese bei dieser sehr unanständigen Tätigkeit (Gäste sollten sich anpassen - müsste ich dann quacken lernen?) angeeigneten Kurzzeit-Gedächtnis-Muster sollten sich nur zehn Minuten später als sehr wichtig erweisen... Eben erst waren wir aufgebrochen, da ist mir in einer Rechtskurve das Heck beim Gasanlegen dermassen ausgebrochen, dass nicht nur tam direkt hinter mir, sondern auch ich als direkt Betroffener am guten Ausgang dieser akrobatischen Einlage zweifelte - mit der RSV1oooR hätte es mich tausendmal auf die Fresse gelegt, doch mit der SC sind solche Sachen sogar noch gerade auf der Grenze zum Spassbereich einzuordnen, so dass ich rückblickend das Erleben der Grenzen des physikalisch Machbaren nicht missen möchte, wobei dies vor allem darauf zurückführen ist, dass es noch einmal gut gegangen ist... ;/ Es war nicht der ganz normale standardmässige Rutscher, denn an die hatten wir uns ja längst gewöhnt, ja sogar damit spielen gelernt.

Das Leben ging zum Glück weiter und so landeten wir auf einer nicht minder tückischen und schmalen Strasse auf dem Passo di Guspessa, wobei hier die Schlaglöcher noch mehr zur Geltung kamen und die Strassenmaschinen an die Fahrwerksgrenzen kommen und die BMWs mit ihrem Kardan in der Beschleunigungsphase hartes Brot beissen liess - ich weiss nicht, was Ihr hattet... Meine SC hat diese kleinen Unebenheiten zwar auch zur Kenntnis genommen, doch gebremst wird deswegen noch lange nicht - einfach volles Rohr aufreissen und schauen, dass es passt. Auch wenn uns die kleinen Strassen noch lange nicht ausgegangen wären (ich bin sicher, dass Tinu noch den einen oder anderen Trumpf nicht spielen konnte), so mussten wir zusehen, in der Folge in Richtung Norden Land zu gewinnen. So lag der Passo di Aprica auf der Hand - das pure Gegenteil von den zwei vorangegangenen Pässen, doch aufgrund der nassen Fahrbahn konnte man nicht so angasen wie normalerweise. Wenn ich da an trockene Zeiten mit meiner Mille zurückdenke, dann kommt mir das nackte Grauen, denn da kann man verdammt schnell rüberbraten, im Nassen jedoch ist der Belag enorm schlecht einzuschätzen und so haben in der Folge selbst die regenbeschwörten BT010 *spuck* ein paar Schwächen zugeben müssen. Das nächste Mal ist es dann vielleicht trocken und dann sehen wir's ja dann - schon fast zu schneller Pass, denn so was gehört IMHO klar auf die Rennstrecke. Ohne gross Zeit zu verlieren, setzten wir uns dann weiter auf der Hauptstrasse in Richtung Chiavenna in Bewegung, um uns dem letzten Pisce de Résistance, dem Splügenpass, in grossen Schritten zu nähern.

Mittlerweile hatte es ein bisschen aufgeklart und man war bereits dankbar, wenn's nicht mehr regnete oder nieselte. Selbst die Fahrbahn war stellenweise abgetrocknet, doch halt nicht so, dass man genau hätte erahnen können, wie viel gripmässig so drinliegt - dies war vor allem für die Bremszone ein bisschen komisch und um mir die Beschleunigungsphase ein bisschen zu versüssen, hakte ich die ganze Zeit mit meinem zerrissenen Latex-Schuhüberzug (Kickstarter und gezackte Rasten mögen diese Dinge nicht allzu sehr) in der Raste ein und verfehlte so mehrmals den zweiten Gang. Um mir zu zeigen, dass er immer noch dran war, ist mir tam in einer Kurve vorgefahren - dieser Schlingel... Wir haben jedenfalls nichts anbrennen lassen und sind den Pass hochgeschossen, wie es kein morgen gäbe und es wäre noch mehr dringelegen, wenn die Strasse komplett trocken gewesen wäre - vielleicht haben wir nächstes Jahr ein bisschen mehr Glück:/ Auf jeden Fall hat der Splügen seinen gewissen Reiz - nicht nur zum Fahren, sondern auch zum Herbrennen, wie Nachfolgendes berichten kann. Obwohl sich im Grossen und Ganzen am Splügenpass die Guzzis immer mehr häuften und man Angst vor den diversen Ölspuren haben musste, sind vor allem die BMWs in einer beängstigenden Dichte unterwegs gewesen (die meinen wohl die Strasse gehöre beim schlechten Wetter ihnen allein) und so einen Treiber haben wir auch am Splügen niedergerungen worauf er oben beim Grenzübertritt (kurze Wartezeit am Zoll) zu tam wortwörtlich meinte: "Es ist eine wahre Pracht euch zuzuschauen!" Er hatte wohl nicht ganz Unrecht - BST ist und bleibt halt BST...

Kaum hatten wir den Splügenpass überquert, wurde das Wetter besser und so konnten wir diesen Anlass in Splügen-Dorf noch bei einem gemütlichen und leckeren Mittagessen draussen an der Sonne ausklingen lassen - zeitweise wurde es sogar schon fast zu heiss ;/ Angesichts der Breite der Eindrücke, die mann [tm] während dieser beiden Tage in den Alpen verarbeiten musste, kann ich natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben - falls sich also jemand noch einer guten Anekdote erinnert oder ein in meinem Bericht übergangenes Detail anmerken möchte, möge dies bitte tun. Letzten Endes wird es aber nie möglich sein, diese grossartige Tour in Worte zu fassen - man muss einfach mit BST in der Gegend rumblasen und die Homogenität der Heterogenität dieser Gruppe selber im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. BST rollt und rollt - das ist gut so :)

[x] Long live BST - Alpen wir kommen wieder :)))

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Weckle-Tour am 2001-08-18

Text: Ingo

Am Samstag Morgen schlugen bei mir in Hottingen die Stürmer auf und wie es bei uns üblich ist stand erst Freitag Nacht endgültig fest von wo aus wir starten. Hottingen oder Laufenburg. Vorher war eine mehrtägige Maildiskussion ob wir Samstag oder Sonntag starten (der Vorschlag Samstag UND Sonntag führte immerhin dazu das wir jetzt ernsthaft eine mindestens zweitägige Alpentour im Herbst planen). Fest stand eigentlich nur das wir diesmal nicht das Elsass, sondern den Schwarzwald unsicher machen und der Startpunkt diesmal den "Südis" entgegen kommen sollte. Nachdem mein Angebot auf ein zweites Frühstück seine Lockwirkung auf den grössten Teil der Mitstreiter nicht verfehlt hat, setzte sich Hottingen gegenüber Laufenburg als Startpunkt durch.

8:45 trafen tam, Chef und Jottel ein, brachten schon Brötchen mit und so konnte sofort mit dem Frühstück gestartet werden. Um 9:45 hat Hans sein Mopped vorm Haus geparkt und dem Kaffeeduft folgend über die Terrasse den Weg ins Haus gefunden. Pünktlich um 10:00 Uhr kam Joe mit einer neuen Ladung Brötchen (kamen dann hauptsächlich Sohnemann David zugute, der wollte sich der Tour nicht anschliessen, denn die Letzte war ihm als zu anstregend noch in guterer Erinnerung) und 10:15 traf als letzter Reto mit seiner neuen KTM SuperMoto ein. Obwohl er von der Wendigkeit seiner Errungenschaft schwärmt, trauert er Wohl insgeheim seiner geschrotteten Mille R immer noch hinterher (Ähnlichkeiten mit anderen beendeten Beziehungen drängen sich auf).

Statt um 10:00 Uhr wurde erst kurz vor elf gestartet und wäre das Wetter nicht so schön gewesen hätten wir sicher noch länger beisammen gesessen und Stories zum Besten gegeben. Mein Alteisen sprang nicht an und musste erst durch gewaltsames Anschieben zum Leben erweckt werden. Danach gings über Bergalingen runter nach Wehr zum Tanken - Joe kamen in einer Kurve sicher besondere Erinnerungen - und dann das Wehratal hoch nach Todtmoos, von da nach St. Blasien und von dort das Albtal runter. War vorher fast kein Verkehr, im Albtal standen uns Haufenweise Dosen und schwuchtelnde Motorradtouristen im Weg. Letztere waren dann auch der Grund für eine weitere Flugstunde von Reto.

Wir sind auf so eine Gruppe aufgefahren, plötzlich macht Jottel vor mir wilde Schwenker, ich geh deshalb noch weiter vom Gas und halt mich in der Strassenmitte, da fahr ich plötzlich an Reto vorbei der mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammengekrümmt unter seinem Mopped liegt. Natürlich sofort in die Eisen - bis auf tam der sich schon längst weit abgeseilt hat haben auch die Vorausfahrenden den Sturz bemerkt, sofort angehalten und ihre Moppeds versucht irgendwo sicher zu parken den das Albtal ist verdammt eng - das Mopped hinter Reto geparkt, runter gesprungen, mit Jottel Reto's KTM aufgehoben, am Strassenrand abgestellt und dann Reto hoch geholfen der sich in der Zwischenzeit so halb aufgerappelt hatte. Reto schleppte sich erst mal auf ein Mäuerchen am Strassenrand, nahm den Helm ab und brauchte gegen den Schock erst mal eine Zigarrette. Nachdem abgeklärt war das Reto nicht ernstlich verletzt ist - sein Mopped ist ihm mit der Fussraste auf den rechten Fuss gefallen - wurde Ursachenforschung versucht. Alle, einschliesslich Reto, waren völlig ratlos. Ein Sturz an einer Stelle (10 m nach (!) einer Kurve und weit vor der Nächsten) und bei einer Geschwindigkeit bei der man einfach nicht stürzen kann! Also wurde ein technischer Defekt vermutet aber auch eine genaue Untersuchung der KTM ergab darauf keinen Hinweis, denn der erste Verdacht das der Ständer sich selbstständig ausgeklappt haben könnte erwies sich als haltlos.

Nachdem auch tam wieder zurück war wurde beschlossen eine Stelle anzufahren wo unsere Moppeds gefahrlos geparkt werden können und dort die Ursachenforschung fort zu setzen. Aber auch als wir so eine Stelle gefunden hatten und dort das Mopped nochmal kritisch beäugten wurde nichts gefunden. Gut, das vordere Schutzblech streifte am Kühlerschlauch, war aber elastisch genug sich dort nicht verhaken zu können. Reto war bei der Ursachenforschung auch nicht sehr hilfreich, denn er konnte sich an nichts erinnern ausser das er plötzlich auf der Strasse lag. Bei seiner Verletzung vermutete er einen Bruch des Mittelfussknochens, wollte aber seinen Stiefel nicht ausziehen, aus Angst er bekommt ihn dann nicht mehr an. Joe's Vorschlag, das der seinen Bus holt, Reto und sein Motorrad einlädt und nach Hause fährt wurde von Reto rundweg abgelehnt, denn der wollte die Tour unbedingt zu Ende fahren. Nach einigem Hin und Her und nachdem tam mit der KTM eine Probefahrt gemacht hatte denn wir waren uns nicht sicher ob die Gabel verzogen war oder nur der Lenker einen leichten Schlag hatte, beugten wir uns Reto's Wunsch und es ging weiter nach Waldshut, das Schlüchtal hoch - in etwas gemässigterem Tempo aber immer noch flott - bis Rothaus und dort in den Brauereibiergarten. Hier setzte Reto's Erinnerungsvermögen wieder ein und er räumte einen Fahrfehler ein. Da wir auf die Schwuchteln aufgefahren waren musste der vor Reto fahrende Hans weiter abbremsen, Reto wollte runterschalten um die Motorbremse zu nutzen (hätte auch völlig ausgereicht), hat sich aber verschaltet und ist zwischen den Gängen gelandet und hat dann vor lauter Schreck das das Ding beim Auskuppeln nicht langsamer wird das Vorderrad überbremst. Er muss seine neue Liebe (hat sie erst seit ca. acht Tagen) halt erst noch besser kennen lernen damit ihm solche Überraschungen zukünftig erspart bleiben.

Als Reto dann erwähnte das er keinen Gips braucht, weil er zuhause noch einen Sack Zement rumstehen hat, kamen natürlich sofort Vorschläge wie er sich am Abend verarzten soll. Fuss in einen Waschkübel und Zement drüber oder Gummistiefel anziehen und mit Zement auffüllen und weitere konstruktive Ratschläge mehr. Von Rothaus gings dann weiter nach Bonndorf - wieder in echtem Stürmertempo - und kurz danach verlor ich die Orientierung. Obwohl ich mir einbilde mich im Schwarzwald recht gut auszukennen, ist es unserem Tourgide HansMan gelungen winklige Strässchen unter die Räder zu nehmen von deren Existenz ich bisher keine Ahnung hatte. Kompliment!

Kommentar HansMan: Nicht weiter wild. Von Rothaus über Ebnet und die Steinasäge nach Bonndorf, ein Stück B500, dann hinunter ins Wutachtal (Schattenmühle), Göschweiler, Löffingen, Dittishausen, Unterbränd, Oberbränd, Eisenbach, Oberschwärzenbach, Hinterschollach. Dann das Fizinalsträssle durch den Wald (BSE muss sein) zur Kalten Herberge.

Wie sich später rausstellte gings westwärts Richtung B500 einem Gewitter entgegen. Das schaffte es tatsächlich uns anzunässen und als der Regen heftiger wurde suchten wir Zuflucht unter dem Vordach einer Gaststätte mit dem treffenden Namen "kalte Herberge", denn zu allem Überfluss fing es auch noch an kurz zu Hageln. Unter dem Vordach stehend wurde ein BMW-Fahrer mit Sozia bewundert der offensichtlich die Süd-Nord Ausdehnung der Gewitterfront erkunden wollte. Zuerst fuhr er gemächlich Richtung Norden vorbei, kam dann nach einger Zeit wieder zurück, hielt im strömenden Regen an um etliche Minuten die Schutzwirkung seiner Tourenverkleidung aufzuheben und seine Stiefel vollaufen zu lassen und fuhr dann Richtung Süden davon. Geraume Zeit später kam er wieder zurück und fuhr endgültig (?) Richtung Norden davon. Für uns war dies ein Indiz das es in der von uns präferierten Richtung wohl noch ein Weilchen Regnen wird und wir daher statt vor der Gaststätte auf ein nachlassen des Gewitters zu warten uns genauso gut in der Gaststätte noch einen Kaffee genehmigen könnten. Der Entschluss war nicht schlecht. Konnte Jottel doch dadurch - vom Tisch in der Gaststätte mit einem Auge auf den Fernseher im Nebenzimmer schielend - zur Freude unseres SC-Fans tam vom ersten Tor des SC Freiburg gegen Wolfsburg berichten.

Als wir die Gaststätte wieder verliessen regnete es immer noch und Hans beschloss daher eine Änderung der Route. Statt übers Hexenloch ging's erst mal Richtung Süden die B500 runter, dann nach St. Märgen und St. Peter, den Kandel hoch, kurzer Halt und dann Volldampf den Kandel runter nach Waldkirch zur nächsten Tanke. Dort verabschiedete ich mich von der Truppe, denn ich hatte mein Etappenziel für diesen Tag erreicht. Wo sich der Rest der Truppe auflöste liegt für mich im Dunkeln, den Joe wollte an diesem Tag auch noch nicht heim fahren, sondern erst noch in Freiburg die Segnungen der badischen Küche geniessen, so dass nur Reto an diesem Tag einen weiten Heimweg antreten musste. Wie die Buschtrommeln vermelden hat er diesen gut hinter sich gebracht und auch sein Mittelfussknochen ist zum Glück nicht gebrochen, sondern nur sehr stark geprellt. Gut so, kann er doch bis zur Alpentour mit seiner neuen Liebe noch etwas üben und die alten Herren dann wirklich wieder in Verlegenheit bringen.

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Es ist wirklich zum Kotzen... am 2001-06-08

Text: Mounty

Es ist wirklich zum Kotzen... was für blöde, psychopathische und gerhirnamputierte Quadratdeppen auf diesem Planeten herumlaufen.

Gestern war ich mit der Leichtfüssigen bei einem Kunden in Basel/Kleinhüningen vor Ort, um da eine Geschichte mit einem ADSL-Router zu regeln. Kurz nach zehn habe ich mein Mopped vor dem Gebäude abgestellt und bin dann so um halb elf mit dem Kunden (er in der Dose) weiter über die Palmrainbrücke gefahren, weil die dort am .fr Zoll eine Aussenstelle haben. Als ich wieder zurückkomme, sagt der Kunde noch, Dein Hinterrad sieht aber ein bisschen luftleer aus. Die Sache genauer in Augenschein genommen und kurz darauf blieb mir die Spucke weg. Irgend so ein Schwachmat hat mit einem billigen Haushaltsmesser zweimal in mein Hinterrad gestochen und dabei die Klinge abgebrochen. Das darf doch nicht wahr sein! Und das bei einem Reifen, der noch für ca. 3Mm gut war. GRRRRRRR! Wir sind dann an die nächste Tanke gezuckelt und haben Reifenpilot besorgt. So richtig dicht wurde es zwar nicht, aber zumindest bin ich am Abend dann noch nach Hause gekommen, allerdings musste ich nochmal an einer Tanke anhalten und Luft nachfüllen. Heute morgen dann habe ich einen neuen Reifen montieren lassen, 320.- Märker hat mich dieses "Vergnügen" gekostet. Falls ich so einen Kerl erwischen sollte, wie er an meiner Leichtfüssigen rumfummelt, werde ich wohl einen neün Helm brauchen. Und der Kerl neue Zähne und eine Reha für Zwangslobotomierte. Mir läuft es jetzt noch kalt den Rücken runter, wenn ich daran denke, was mir auf der Fahrt nach Hause hätte passieren können, wenn ich das nicht rechtzeitig entdeckt hätte. *GRMBL*

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bst Shirts am 2001-06-01

Text: tam

shirt

Die Idee und auch die noch folgende Arbeit geht zu 100% auf Mountys Konto. Am 24.04.2001 brachte er das bereits ziemlich gut ausgearbeitete Konzept "bedruckte Baumwolle" in der Liste zur Diskussion. Nachdem noch gringfügige Modifikationen [tm] am Layout besprochen wurden, brachte Mounty die fertigen Shirts rechtzeitig zur Anfahrt MF01 zum Treffpunkt.


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Kickoff 2001 am 2001-05-20

Text: Jottel

11:00 Uhr war angesagt. Scheinbar konnte es keiner so richtig erwarten. Ich kam mit Andi punkt 11:00 am Treffpunkt an. Da war die Mannschaft schon fast voll ganz versammelt. Es fehlten nur noch tam (11:02) und Chef (11:04).

Wie tam richtig bemerkte: "Seid ihr alle fahrgeil?!" Fahrgeil waren heute ausser den genannten verwegenen vier: Reto - back on track - Kohler, Hansman hat auch endlich wieder mal Zeit gefunden, Ingolf mit "echtem" Nachwuchs namens David, auf GPZ 550. Insgeheim hatte ich gehofft, dass er seine Tochter mitbringt ;-) Aber so war's auch ok. Der leichtfüssige Mounty und natürlich "Don Cool" pre-kick-off Fahrer Joe. Also ne gemütliche Runde, die die Standard-Runde (france) in Angriff nahm, was heisst: erst mal nach Thann. Dabei ist es ganz wichtig die richtige Abfahrt zu nehmen. Irgendwie kam's mir heute nicht allzu optimal vor, aber wir mussten zumindest nicht umkehren. Ich hatte meiner durstigen VTR in Neuenburg nix gegönnt weil ja bekanntermassen die Tanke in Thann deutsche EC-Karten akzeptiert und ich ab dort gerade mal so mit dem Sprit auskommen müsste. Pech gehabt! Für die Tanke ist die Saison noch nicht eröffnet. Erstmal eine chef'sche Orange fassen (dass ist vergleichbar mit den Bananen der Profi-Tennisspieler)... und ab geht's den Col du Hundsruck rauf.

Zum Aufwärmen ... hehee :-> Die Freudengefühle steigen mit der Nadel des Drehzahlmessers. Leider wird die Euphorie und die Durschnittsgeschwindigkeit durch sonntagsfahrend Touries gebremst. Trotzdem jedes fahrende Hindernis ist eine willkommen Gelegenheit zum Überholen. Als Mounty ein paar schwuchtelnde Moppeds aus der heimischen Gegend sieht ist er nicht mehr zu halten. Ransaugen und vorbei kurz vor der Kurve, in der Kurve GAAAAAAS und nach der Kurve.... kein Asphalt mehr, Scheisse. Ums vorwegzunehmen, nix passiert ausser einer zerissenen Hose, einem durchgescheuerten Stiefel, ein paar Schrammen an der Q und einem angeknacksten Selbstbewusstsein des Fahrers. So passiert kurz vor Masevaux. So wurde dem Neuling David gleich das volle Programm präsentiert. Ich muss sagen, die bst'ler fliegen tief diese Saison, erst Joe, dann ich, jetzt Mounty. Aller guten Dinge sind drei. Ausserdem: Irgendwann erwischt es jeden. Sonst fallen mir keine Weisheiten mehr ein. btw: Reto bist du irgenwann die letzten Wochen gestürzt, mir war so - die Mille hat verdächtig viele Kratzer, die Blinker sind ja schon standardmässig abgebaut :-) und rein statistisch gesehen _muss_ es dich in den letzten Wochen gewickelt haben :->

Nochmal kurzes Sammeln in Masevaux. Fluppe rauchen, Mounties Hose begutachten ( Bilder folgen noch ), eine weitere Orange und weiter gehts den Ballon d'Alsace hinauf, goil, goil - fahrgeil. Mussten wir haufenweise Dosen und Moppeds hinter uns gelassen. Dann kam das Sahnestückchen, der Col de Bramont. Einfach ein feines Stückchen Strasse. Als 9 von 10 sich auf dem Gipfel versammelt hatten hörten wir schon eine laut aufbrüllenden 4-Zylinder. David war auf der GPZ im Anflug. Ein Auge auf dem Drehzahlmesser, das andere auf den Asphalt gerichtet und voll darauf konzentriert die vermeintliche Lücke zu schliessen. Lobenswert. So lies er sich auch nicht durch Winken, Schreien, Pfeifen, Hupen von seinem Vorsatz abbringen. Geistesgegenwärtig schwang sich Chef auf seinen "Bohrer" und hat den Ausreisser wieder eingefangen. Glücklich darüber, dass der Sohn nicht verloren gegangen ist hat Ingolf erstmal eine Runde an der ortsansässigen Imbisbude geschmissen.

Frisch gestärkt nahmen wir die cross over Holperstrecke zum Grand Ballon. Ordentlich durchgeschüttelt machten wir uns auf der breiten Strasse des Grand Ballon wieder an das unvermeintliche Aufmischen des dortigen Verkehrs. Scheiss Bitumen - scheissegal. Gut gelaunt und ordentlich durchgeschwitzt, der eine oder andere wegen des Sonnenscheins, der eine oder andere wegen des Bitumens oder sonstigen Ereignissen kamen wir wieder in Thann an. An dieser Stelle sei bemerkt: Andi hat sich super geschlagen. Beim nexten Mal kann er wahrscheinlich schon das Tempo an der Spitze angeben ....... falls Tinu ausfällt ;-)

Ich nehme an David hat's auch gefallen, seinem Dad hinterher zu brennen :-) Beim nexten Mal müssen sie halt die Mopeds tauschen. Auf der Fahrt von Thann nach Müllheim haben wir noch Chef und Mounty verloren. Das lag hauptsächlich daran, das beide verschieden A-Bahn Abfahrten genommen haben und sich gegenseitig hergewartet hatten. Aber dank Chefs Handy und Mountys Intuition traffen wir uns alle im Mezzo zum gemütlichen Ausklang.

Insgesamt machte das heute wieder Lust auf mehr!

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Das Schweigen hat ein Ende am 2001-04-17

Text: Beeze

wie ein Teil der geneigten Leserschaft ja mitbekommen hat, bin ich seid 5 Wochen stolzer Besitzer einer wunderschönen '99er WR400F. Knapp 800km auf der Uhr und vom Hallenberger überholt, also quasi neu. Nur gefahren bin ich mit dem Teil noch keinen Meter. Das geniale Wetter und reichlich Stress auf Abyte waren die Hauptgründe, irgendwie hat es nie gepasst. Bis Ostern. Frank und Rita suchten noch den ein oder anderen Mitstreiter für die Ostereiersuche in Gemona und trotz diverser Hindernisse klappte diesmal endlich der Roll Out. Um mich mitzunehmen quetschten die beiden sich allerdings mal schnell 500km Umweg aus den Rippen, ein riesenfettes Dankeschön nochmal an beide.

Donnerstag morgen geht es los, gg. 10:00 brechen wir in Säk. auf und schlagen gegen 19:00 in Gemona auf. Schnell die Moppeds vom Hänger gezerrt und Frank und ich gehen noch für ein knappes Stündchen im Flusstal spielen. Doch halt, davor hat der Gott des Kickstarters die Rache für 5 wöchiges Moppedstehenlassen gestellt. Gut 10min trampel ich auf dem Teil rum bis sich die Dame bequemt ihr durchaus kräftiges Stimmchen zu erheben. Muss wohl irgendwas flasch gemacht haben, die nexten Tage springt sie auch nach Nächten um den Gefrierpunkt immer auf den 2. Tritt an. Nu aber ab und fahren.

Mein erster Eindruck von der WR, geiel! Das Ding geht wie ein Rasiermesser durch ca. 80°C warme Butter. Schon alleine das dezente Wackeln mit dem Knackarsch auf dem bespannten Stein der sich Sitzbank nennt, leitet sofort eine Kurve ein. Anfangs ist das etwas iritierend, aber nachdem ich mir den eisenharten Hauruckstil abgewöhnt habe ist es einfach nur noch göttlich. Das Fahrwerk ist eher etwas weich abgestimmt, vermutlich war der Vorbesitzer ein paar Kilo leichter, kann ja mal vorkommen ;-) Zum kennenlernen taucht aber eine weiche abstimmung IMHO eh besser und so richtig schnell sollte es ja hier im Flusstal eher nicht werden. Jedenfalls ist das Fahrwerk so wie ein Fahrwerk sein sollte, nach kurzer Zeit hat man es vergessen, es passt einfach, egal ob beim über medizinballgrosse Kiesel klettern, durch halbmetertiefe Querrinnen brettern oder WFO über Feld und Waldwege glühen. *Huch, ich gerate ja schon wieder ins Schwärmen*

Karfreitag geht es gemeinsam los in das Tagliamento-Flusstal. Für den Teil der Leserschaft der selbiges nicht kennt, hierbei handelt es sich um ein bis zu 2 km breites Flusstal durch das sich gleichnamiger Fluss seinen Lauf sucht. Allerdings schafft er es nur bei eklatantem Hochwasser und Schneeschmelze selbiges einigermassen zu füllen, den Rest des Jahres hat man dort einen ca. 20 km langen Spielplatz aus Kies, Sand, Treibholz, Schwemmland und Unterholz. Und eben Wasser. Nachdem wir uns die Müdigkeit aus den Knochen gefahren haben wird der Fahrstil forscher, die überkletterten Steine grösser, die Böschungen steiler und die Drifts in den Sandbanken forscher. Und ich komme dazu, mich etwas über den Motor auszulassen *g*. So was hat die Welt noch nicht gesehen, der Ingenieur der dieses Meisterstück geschaffen hat, gehört in den Adelsstand, der Marketingfuzzi der dafür sorgt, dass es von diesem Teil noch keinen leicht gezähmten Grosserienableger gibt gehört auf der Stelle erschossen.

Leistung ist einfach immer und überall abrufbar. Egal ob mit leicht erhöhter Standgasdrehzal anfahren und rumtrialen, im mittleren Drehzahlbereich ordentlich rumendurieren oder zwischen 7 und 9 kUmin die Bestie rauslassen, das Teil kann einfach alles. Und das mit einer spielerischen und unaufdringlichen Lässigkeit, dass man wirklich vergisst auf einem "hochsensiblen Renntriebwerk" zu sitzen.

Ah ja, wir waren im Flusstal. Inzwischen ist es Mittag geworden, wir steigen an der ersten Brücke aus und schmeisssen uns im Ort ein paar leckere Panini ein. Sagte ich schon das ich Italien liebe ?-)

Frisch gestärkt schmeissen wir uns wieder auf unsere Boliden, um den gerade einsetzenden Schauer standesgemäss unter der Brücke an uns vorbeiziehen zu lassen. Wenn schon nass werden, dann doch bitte von den unzähligen Durchquerungen der Seitenarme. Auf einer fetten Sandbank wird der erste Poserstop eingelegt. Driften bis zum Abwinken ist angesagt und ich lerne allmählich mal den oberen Drehzahlbereich kennen und lieben. 3. Gang im Tiefsand und ein bisschen Rücklage und das Ding steht. Im 3. einen Drift zu eng gesetzt, das Vorderrad gräbt sich ein, kurz rechts auf laut stellen und das Teil flutscht aus dem Drehzahlkeller raus wie Chilliketchup aus der Flasche. Ich gebe Rita ein paar Nachhilfeübungen im Driften und packe mich als Anschauungsobjekt dabei auch mal gleich aufs Maul. Einfach endgeil! Wir hoppeln weiter, gegen Ende packt sich Frank auf einem schnellen Schotterweg mit einem netten Highsider hin und demoliert dabei seine 20 Jahre alte Hightech Regenjacke, da weint des Schwaben Herz ;-) Die Rückfahrt onroad ist allerdings heftig hart, 50km im einsetzenden Regen bei ca. 5°C in dünnen Enduroklamotten sind definitiv weniger berauschend. Das ist der nachflogende Abend im Campingplatzbistro dann allerdings sehr, ich schweige hier besser über die Anzahl vernichteter Weinflaschen, es war auf jeden Fall genug ;-)

Samstag ist ertsmal TD angesagt, Frank wexelt seinen Arnie Schwarzenegger Kupplungszug an der 620 SC, Rita stellt die Ventile an der Bergie ein und ich bestaune mein schönes neues Mof. Ist nix zu tun *g*, den länsten Kerzenschlüssel der Welt hätte ich eh nicht dabei, um ein WHB und Bordwerkzueg muss ich mich noch kümmern, das hab ich leider nicht mitbekommen beim Kauf, wird Zeit da mal anzurufen.

Angesichts der zapfigen Heimfahrt gestern, beschliessen wir ins Medunatal zu tschaudern. Dort angegekommen stellt Frank fest, dass er seine Ellenbogenprotektoren vergessen hat. In diesem Steingarten keine gute Idee, also brettert er 30km zurück, während Rita und ich für ein Stündchen oberhalb des Einstieges spielen gehen. Weia, eine böse Kraxelei, erinnert mich irgendwie an die heftige Querfeldeinetappe '96 in Libyen vor dem Wadi Matentouch. Richtig flüssig läuft es bei mir nicht, wir machen nach ca. 15 min einen Halt, quatschen, rauchen und beschliessen schön vorsichtig weiterzufahren. Noch ca. 200 m über diese heftigen Kiesel, dann eine Sandbank, ich dreh mich um und seh Rita neben der Bergie liegen. Jetzt bloss kein Fehler und sofort zur Hilfe eilen, das könnte einem einen fatalen Stromschlag aus einer fahrenden norwegischen Starkstromsteckdose einbringen ;-) Moppedaufheben und weiterbrettern ist nämlich auch Frauensache! Dummerweise sehe ich aber wie sie sich unter der Bergie freistrampelt und dann vor Schmerzen auf dem Rücken windet. Also Förtserkehre und fullspeed über die Steine zurück. Während ich auf sie zurenne schreit sie mir zu: "Ist nur die Hand, heb die Bergie auf". Nu, das hätte ich wg. auslaufendem Sprit eh getan, danach ist aber erste Hilfe angesagt. Um es kuz zu machen (Rita tippert ja auch einen Bericht), der Ellenbogen ist gebrochen und sie hat heftigste Schmerzen. Nachdem ihr Kreislauf wieder einigermassen stabil ist, winke ich ein paar zufällig rumcrossende local Heroes zur Hilfe, die organisieren in Nullkommanix eine Monster 4x4 Pickup mit dem Rita rausgebracht wird. Ein weiterer fährt die Bergie raus, dummerweise verschafft sich dabei die Steuerkette freien Blick zum blauen Himmel und macht somit Ritas Glück perfekt ;-( Details werden wohl in ihrem Bericht folgen. Trotzdem Riesendank an die Jungs, echte Hilfe unter Kollegen, der Bergieschaden geht IMHO definitiv nicht auf ihre Kosten.

Nachdem Rita im Krankenhaus eingegipst wurde, machen Frank und ich uns im angrenzenden Steinbruch noch ein nettes Stündchen in den Steinen. Sagte ich nicht, dass es nicht lange dauern würde bis ich die WR auf den Kopf stelle? Nun, in einem erzbergmässigen Geröllhang habe ich das dann auch prompt erledigt. Die anschliessende Kickerei war ziemlich ermüdend. Nach ca. 10 min Kickerei entdecke ich den Warmstartknopf, ein Tritt und sie läuft. Ich bin halt der Prototyp des trial and error Menschen ;-)

Sonntag machen Frank und ich uns auf den Hausberg zu erklimmen, ca. 10 km allerengstes Teerwinkelwerk als Eröffnung lassen mich kurz davon träumen das Teil auch auf Supermotoräder zu stellen. Dann wäre aber Schluss mit lustig in BST-Country. Aber beruhigt euch wieder, das werde ich nicht tun, die kleine ist viel zu schade für sowas ;-) Dann geht es ab über einen übergeilen Singletrail paralell zum Tal. Da wird alles geboten, Moppedtragen in 50cm breiten Felstreppen, kurze Geröllanstiege und immerwieder haarstreubend enge Kehren. Da is nix mit Fahren, nur V-Rad rumziehen regelt. Und zum Schluss eine fett steile Abfahrt auf besagtem Singletrail. Dort im Falle einer Sackgasse wieder hochzukommen wäre eine stundenlange extrem schweisstreibende Angelegenheit geworden. Aber es war endgeil und für mich das Highlight des WE.

Nachdem wir zu dritt mittggegessen haben suchen wir uns wieder einen netten Wanderweg zum Abrunden des Vormittagsprogramms. 50 min und ca. 800m weiter ist Frank eine Erkenntniss weiser. Extremehohlwegklettern ist nicht Sache der SC. Und ich weiss, dass ein superelegant durchturnter Hohlweg erst zu Ende ist wenn man wieder auf der Strasse steht. So habe ich mich 20 m vor dem rettenden Ende mit einer eleganten Rolle seitwärts in eine Müllhaufen geworfen und dabei die WR gleich mal entjungfert, ein Blinkerglas blieb auf dem Feld der Ehre ;-) Gesättigt vom Extremklettern braten wir wieder ein bisschen durchs Flusstal, tauschen mal die Moppeds und lassen glücklich und geschafft nette Ostern ausklingen. Am abend folgt dann wieder.........das könnt ihr euch ja denken ;-)

Die Rückfahrt ist wegen der heftigen Staus um Mailand und am Gotthard erfrischende 12 h lang, togal, es war affengeil. Wenn da nicht Ritas Ellenbogen wäre. Aber ich bin sicher, im Sommer wird sie wieder frisch motiviert zuschlagen, odrrr?

Ach, sagte ich schon das ich die WR oberaffenturbotittengeil finde? Nein? Nu, ich hoffe man konnte es einigermassen rauslesen.

Sorry für die extremüberlänge, aber ich kanns nicht kürzer *g*

CU all und brenn euch dann her, eh klar ;-)

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Kurze Ausfahrt mit Flugstunden Teil 2 am 2001-04-02

Text: Jottel

[...] ich muss leider aussetzen, da mein Mech mir gerade am Telefon angedroht hat, dass er meine (liebe) Mühle erst nexte Woche fertig machen kann. Die muss ich leider morgen hinbringen, Blinker und Verkleidung links, sowie den Schalthebel flicken. Mein Jungfernabflug war heute zwischen Wembach und Schönau auf der gemütlichen Standard-Runde (tm). Eigentlich kann man an dieser Stelle, an der ich mich hingepackt hab, sich garnicht hinlegen, aber irgendwie hab ich's geschafft. Musste im zweiten Gang (weil Schalthebel ab) zurück heimtuckern - nicht ohne eine BMW sinnlos herzubrennen (wabroooooo, Gott sei Dank der rote Bereich ist vorbei), Tam und Andi gaben Geleitschutz. Sonst alles ok, nur die linke Schulter geprellt, muss heute Abend glaube ich kleine Biere bestellen, ich weiss nicht nicht, ob ich einen Halben bis in Trinkhöhe bekomme [...]

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Kurze Ausfahrt mit Flugstunden Teil 1 am 2001-03-24

Text: Joe

Am Samstag, 24.3. war um 13.30 Uhr ne Ausfahrt angesagt. Da zu diesem Zeitpunkt niemand dazukam, zogen Ingolf und ich Richtung Hottwil-Rickenbach-Wehr los. Allerdings wurde die zügige Fortbewegung nach Rickenbach in einer 180 Grad Kurve abwärts durch den Abflug des BSE-Treibers wegen grobmotorischer Bedienung des Gaskabels abrupt beendet.

Fazit: Der Treiber kommt mit ein paar blauen Flecken und defekten Hosen davon.

Die Q bekommt einen neuen Zylinderdeckel, neue Blinker, neue Spiegel, einen neuen Lenker, eine neue Scheibe und ein paar Kleinigkeiten spendiert. Die Blessuren sind auf http://home.datacomm.ch/silvia-schneider/bilder dokumentiert.

Ausblick: Heute Nachmittag die Mühle abholen und den Treiber testen...

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