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Inhalt 2000

Das Image des Motorradfahrers am 2000-12-24

Text: aceman

Die vorliegende Geschichte wurde durch den Autor den Fängen der primitiven Ausdrucksweise im Gespräch mit dem einfachen Polizisten entzogen und verbal ein bisschen aufgemotzt, entspricht aber sonst 100% den Geschehnissen.

Ich fahre morgen ja bekanntlich mit meiner RSV Mille R mit JuraRacing gen Süden nach Valencia auf die Rennstrecke, um in der Folge fünf Tage sinnlosestens Kabel zu geben und endlich meine jahrelangen Ansagen ehrenvoll einzulösen. Es steht überhaupt nicht zur Diskussion, dass ich mich extrem auf diesen Event freue - es wird sicher geil werden und hoffentlich finde ich noch einen adäquaten Partner für das 4h-Rennen, so dass ich dort mitmachen kann... :)

Wie dem auch sei - ich habe in letzter Minute festgestellt, dass ich noch einige Sachen für meine Renn-Exkursion brauche und so machte ich mich mit der Mille auf den Weg Richtung Bern. Da die Strecke über den Berg witterungsmässig im Moment nicht unbedingt so der Bringer ist, habe ich die Bahn genommen - schlechte Entscheidung, wie sich erst später herausstellen sollte...

Die Bahn gehört ja nun einmal wirklich nicht zum Spannendsten, was die Motorradwelt anzubieten hat, doch taugt sie (meistens) sehr gut, um möglichst schnell von A nach B zu kommen - von mir aus erst einmal mit rund 200 Sachen in Richtung Schönbühl, dann hier und dort ein paar Autos links und rechts überholen und bei der Auffahrt Richtung Bern in Schönbühl eine Lücke erspäht und über die Sicherheitslinie rausgefahren und dann noch einen von der dritten Spur herunter fahrenden Autofahrer mit wenig Abstand überholt. Halt so richtig AceMan-mässig.

Dann hat's plötzlich aus einem dunkelgrauen 850er-BMW wie wild blau geblinkt - es war entgegen meinen ersten Vermutungen nicht der Weihnachtsmann mit einem blinkenden Christbaum, sondern ein in dunkelblau gekleidetes Traumpaar... *riesenseufz* So habe ich ihnen dann angezeigt, dass ich mich auf der nächsten Autobahnraststätte den Händen des Gesetzes zur Verfügung stellen würde - hätte ich doch bloss mein Nummernschild auch schon für die Rennstrecke abgebaut, denn im Stossverkehr hätte die Polizei keine Chance gehabt...

So bin ich dann halt auf den Parkplatz rausgefahren und habe mit ein paar dezenten Gasstössen [tm] das ganze Programm gut hörbar runtergeschaltet - dann war die Freude vorbei ;/ Mann und Frau Polizist stiegen dann mit ihrem Wundes-Arsch+Schritt-Manöver aus der Karre aus und ihre erste immer sehr gut ankommende Frage war natürlich, ob ich's denn eilig hätte - ja klar hatte ich es eilig, denn ich wollte ja erst nach Bern in einen Motoshop und dann noch nach Langenthal zu Motorex... Um der ganzen Situation gebührend Ehre zu erweisen, muss ich an dieser Stelle den Dialog wiedergeben.

Polizist: Sagen Sie mir bitte, was Sie alles nicht richtig gemacht haben.
Reto: Ich habe ein bisschen knapp überholt, vielleicht war ich auch ein wenig schnell - keine Ahnung, wie lange folgen Sie mir denn schon?
Polizist: überlegen Sie haarscharf.
Reto: Keine Ahnung - Sie werden's mir aber sicher in Kürze sagen, oder?
Polizist: Die Sicherheitslinien gelten wohl nicht für alle, was?
Reto: Ach ja - ich habe eine Lücke gesehen und mit dem Motorrad hat man so schnell beschleunigt, dass...
Polizist: ...und dennoch - Sie sind nämlich genau das Image des Motorradfahrers, gegen das wir Tag für Tag ankämpfen und abgesehen davon fahre ich selber Patrouille. Diese Witterungsbedingungen (Anm.d.Autors 0°C und Hochnebel) sind auf jeden Fall nicht dazu geschaffen, so wie Sie eben fuhren zu fahren - es ist Ihnen vielleicht verborgen geblieben, dass dies noch nicht die Rennstrecke ist!
Reto: Das ist mir völlig klar, doch ich habe ja überhaupt niemanden gefährdet, noch habe ich den Verkehrsfluss in geringster Weise behindert!
Polizist: Darf ich einmal Ihre Maschine anwerfen? Sie scheint mir _definitiv_ zu laut!
Reto: Ja klar - ist alles 100% original. Da können Sie Ihre ganzen Weihnachtsferien darauf verwenden, irgendwas nicht Originales zu finden.
Polizist: *zündschlüsselgedreht* Was - 30'000km??? Seit wann haben Sie denn das Motorrad schon?
Reto: Seit März diesen Jahres.
Polizist: Sie sind also ganz schön rumgekommen...

Dann wirft der Polizist die Mille an (nachdem er ungefähr zwei Minuten gebraucht hat, um den Leerlauf zu finden) und seine weibliche Partnerin (soviel ich sehen konnte, war sie kein Mann, was sie also zur Frau machen würde) zuckt wie von der Tarantel gestochen zusammen und verzieht den Mund wie eine Person, die gerade eine Begegnung mit dem Teufel hatte. Sie ist dann sehr froh, als ihr Streifenkollege die Maschine wieder abstellt...

Polizist: Ist ganz schön laut - in meinen Augen ist das sicher viel zu laut.
Reto: Wie ich Ihnen bereits gesagt habe - an meinem Motorrad ist alles original und abgesehen davon sollten Sie vielleicht in Ihr Urteil mit einbeziehen, dass dies ein italienischer V2 und nicht so ein schwuchtliger Japan-4er ist, bei dem man nie genau weiss, ob er läuft oder nicht.
Polizist: Ich rufe einmal meine Kollegen an - die werden's dann messen und ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie mit diesem Motorrad noch weit fahren werden!

Dann ruft er seine Kollegen (aka Spezialisten) an und ich komme endlich zu meiner ersten Lärmmessung, nachdem wir ungefähr eine halbe Stunde in der Kälte zubringen mussten - das gab mir natürlich Gelegenheit, mit den beiden Streifenfahrer ein bisschen zu quatschen und sie unter anderem auch zu fragen, warum denn die Polizei als Motorräder immer BMW hätte. Darauf meinte er, dass man auf einem Motorrad wie der Mille unmöglich einen ganzen Tag sitzen könne, was beweist, dass alle Polizisten Schwuchteln sind. Zum Glück konnte ich meine 1000km-13 Pässe-Tour als Gegenargument gerade noch einmal runterschlucken, denn sonst wäre ich wohl gerade auf der Stelle hingerichtet worden.

Nach jedem zweiten Satz hätte ich dem Polizisten am liebsten ins Gesicht gesagt, dass er doch nur eine neidische, gottverdammte Schwuchtel und nicht ein richtiger Motorradfahrer sei - ich habe aber in meinem Interesse darauf verzichtet, konnte mir aber zum Teil ein Grinsen nicht verkneifen.

Nach langer Zeit und etwelchen langweiligen (aber vertraünsgewinnenden) Dialogen sind dann endlich die Messgehilfen gekommen, welche aber eigentlich (für Mitglieder der Schnittlauch-Familie) ziemlich cool waren - sie sind ausgestiegen und haben erst einmal ehrfürchtig drei Runden um die Mille gedreht.

Lärmer: Ich glaube kaum, dass dieses Motorrad zu laut ist, denn es ist halt ein italienischer V2 - die dürfen ganz schön mächtig dröhnen.
Polizist: Wart's nur ab, bis Du erst einmal den Motor angeworfen hast!
Reto: Wie gesagt - es ist alles original :)
Lärmer: Sie sind mit der Maschine auch schon gelegen, gell?
Reto: Auf der Rennstrecke, wenn man endlich einmal ans Limit gehen darf, kann's halt schon passieren...
Lärmer: Wie lange haben Sie denn die Mille schon?
Reto: Seit März diesen Jahres.
Lärmer dreht den Zündschlüssel.
Lärmer: Und bereits 30'000km gemacht???
Reto: Man kommt halt so rum...

Lärmer drückt den Starterknopf, lässt ein bisschen blubbern, bevor er genüsslich das Gas aufreisst - die Augen der beiden Lärmbrüder sind vor lauter Grinsen kaum mehr zu erkennen. Dann stellt er wieder ab.

Polizist: Was habe ich Dir gesagt - diese Maschine ist viel zu laut und gehört aus dem Verkehr gezogen!!!
Lärmer: Ich bezweifle, dass diese Maschine zu laut ist, doch wenn wir schon hier sind mit all dem Kram, dann können wir schon eine Lärmmessung machen - mir spielt's keine Rolle und das ist auch schnell gemacht.

Die beiden Lärmmess-Spezialisten beginnen im Kofferraum ihr Equipment zusammen zu suchen und schrauben hier und da noch was rum. Als sie nach fünf Minuten dann keinen Abnehmpunkt für die Drehzahl an der Mille mit und aber auch ohne Verkleidung gefunden haben, beschliessen sie, dass sie einfach nach dem Cockpit-Drehzahlmesser gehen würden, denn so ist mindestens einmal eine grobe Grössenordnung ersichtlich.

Auf die Plätze, fertig, los - die Lärmmessung hat sich als ein ganz lustiges Prozedere erwiesen. Der eine Typ sitzt auf der Mille, dreht hoch, hält das Niveau bei 4'600rpm, winkt mit der Hand, sagt "ok" und lässt die Drehzahl wieder zusammen fallen - 96dB steht auf der Anzeige.

Polizist: Ich hab's ja gesagt, dass dieses Motorrad viel zu laut ist!
Lärmer: Eingetragen sind 96dB für diesen Typ und daher ist diese Maschine überhaupt nicht zu laut - sie dürfte sogar noch 5dB lauter sein und wäre immer noch in der Toleranz ;) Es stimmt natürlich schon, dass es noch lauter ist, wenn er jetzt vor Dir fahrend voll das Gas aufreisst, doch wir können keine dynamische Messung machen...
Polizist: Miss noch einmal.

Darauf misst er noch einmal, wobei hier dann nur 95dB rauskommt - die Lärmmessung war also für die beiden Streifenhörnchen ein grosser Reinfall und besonders die Frau hat sich extrem genervt. Sie gab mir ganz zerknirscht meine Papiere zurück und meinte, dass ich jetzt frei verfügen kann - über die Höhe der Strafe für meine andere Heldentat würde ich dann zum gegebenen Zeitpunkt vom Gericht erfahren.

Reto: Das kommt halt davon, wenn man nicht anständig ist.
Polizist: Nein, wenn man nicht anständig _fährt_ - anständig waren Sie ja :)
Reto: Es bringt ja nichts - Sie machen Ihren Job und ich versuche möglichst schnell von A nach B zu kommen. Heute hat's mich halt leider erwischt... ;/

Die beiden Streifenpolizisten steigen wieder in ihre Dose ein und fahren ein wenig betrübt von dannen, während ich mit den anderen beiden noch ein bisschen diskutiere und wir noch gemeinsam eine Zigarette rauchen - die waren wirklich cool und wir waren kurz davor uns Du zu sagen. Dann meinten sie noch, dass ich ein bisschen vorsichtig fahren soll, da die Reifenhaftung unter diesen Bedingungen ja auch nicht unbedingt als optimal bezeichnet werden kann. Ich erwiderte, dass ich dies durchaus in der Rechnung hätte und es eigentlich kein Problem sei, zumal ich noch einen Tourenreifen montiert hätte, der ein bisschen weniger Temperatur braucht, bis er warm ist. Daraufhin haben beide breit gegrinst und haben sich verabschiedet - bei der nächsten Kreuzung habe ich sie dann mit einem kräftigen Gasstoss überholt und sie haben über's gesamte Gesicht gestrahlt.

Was sehr doof begonnen hat, fand zu guter letzt dann noch ein gutes Ende - wenn nur nicht das Damoklesschwert der mir vom Gericht auferlegten Busse wäre... Mindestens weiss ich jetzt aber, dass meine Mille 96dB abdrückt, was IMHO für alles 100% original nicht allzu schlecht ist.

Das waren meine teuersten je gekauften Knie- und Schuhschleifer... ;(((

Wenn alles geklappt hätte, wäre ich vorgestern sogar noch mit der Renntüte unterwegs gewesen - das wäre dann wohl sehr teuer und vor allem auch mühsam geworden.

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Der große Belchensturm am 2000-09-09

Text: Beeze

Irgendwann (weiß eigentlich einer wann?) beschlossen wir Belchenstürmer mal alle unsere 5 Namensgeber an einem Tag zu stürmen. Ein anspruchsvolles Vorhaben, geht es doch immerhin um ca. 550 km alles Landstrasse, das meiste davon richtiges Winkelwerk. Am Samstag 09.09.00 war es soweit, der grosse Sturm konnte starten. Zugegeben, es war der 2. Sturm, den vor 2 Wochen fand schon die Spaltertour statt, alle Leute unter einen Hut zu bringen war leider nicht möglich. BST ist halt inzwischen den Kinderschuhen entwachsen.

Am grossen Sturm beteiligt waren:
"Smoking" Ingolf Fischer mit 280kg Alteisen aka Suzi GS 1100
Peter "Joe" Lindner, der alte Bol'd Or und neue zufriedene BMW-Treiber
Tinu "D-Zug" Purmann mit pissegelber Karl Dall BMW
Frank "Geil geil geil" Koss auf "Just Duke it" Duke
Andreas "eisenharter Newbie" Schmidt auf ZX9R
Armin "Chef" Lüber auf GSX 1100
Timo "tam" Maier auf Duc 750SS (was sonst)
Jürgen "Jottel" Lämmlin auf VTR "Schluckspecht" 1000
Reto "Aceman" Kohler auf Aprillia John Deer 1000R
Thilo Ketzscher auf dem Mopped das keiner kennt, aber es ist rot! (Kawasaki ZZR 600)
und meinereiner, Thorsten "Beeze" Behsen auf der Eisenharten

Keine Ruhe vor dem Sturm:
Irgendwie hatten sich wohl alle auf den anderen verlassen. Jedenfalls hatten wir am Freitagmittag weder Treffpunkt noch Abfahrtszeit festgelegt. Doch im Gegensatz zu anderen Listen, brachten wir das Dank Tinus Machtwort bis zum abend geregelt, Treffpunkt Stadttor Laufenburg, 09:00. Passt mir gut, ist schliesslich nur 10min von mir entfernt. Ob des genialen Wetters, drehte ich am Abend noch schnell eine Schwarzwaldrunde. Leider verabschiedete sich dabei irgendwo das Kennzeichen der Eisenharten. Hmmm, kommt aber nicht so gut, so ganz ohne Kennzeichen durch die Lande zu düsen. Also am Abend noch schnell ein paar Buchstaben auf ein Stück Pappe kritzeln und mit 2 Haushaltsgummis befestigen, das muss langen. Für den Grenzübertritt habe ich mir dann doch Geleitschutz angefordert den Ingolf, tam, Chef, Jottel und Andreas vorbildlich leisten. Am Treffpunkt warten bereits Reto, Tinu, Frank und Joe. Reto's Mille hat sich der Lambdasondenschraube entledigt, also öttel ich schnell mit ihm auf Chefs 1100er Lastwagen (wozu hat das Ding eigentlich ein Getriebe? 5. Gang rein, das war's ;-) nach Murg, wo wir im Landmaschinenhandel tatsächlich eine zöllige Feingewindeschraube mit 0.9mm Steigung bekommen. John Deer rulez! 45 min später sind wir zurück und brechen ohne den eigentlich eingeplanten YJ auf. Er hatte sich kurzfristig abgemeldet, irgendwie war er am Freitag wohl abgestürzt und erst gegen 04:00 ins Bett gekommen. Marc, du hast wirklich was verpasst!

Der Wind frischt auf:
Tinu, der die ganze Tour hervorragend führte, zog gleich ordentlich los. Über Kienberg ging es Richtung Bölchen, wie die native speakers die Belchefluhe nennen. Ich bin mir sicher, dass selbst einige Stürmer die kleinen und kleinsten Jurasträsschen noch nicht kannten. Schwer beeindruckt hat mich Reto mit der Mille, in so kleinem Winkelwerk hätte ich ihn nicht so weit vorne erwartet. Sah extrem cool aus wie die Mille und Tinus Kuh auf der Berg und Talbahn rund um Kienberg mehr als einmal komplett die Bodenhaftung verloren. Das Tempo ist bereits beachtlich hoch, aber keiner fährt über seine Verhältnisse, wer etwas den Anschluss verliert wird einfach am nächsten Abzweig wieder eingesammelt. Gegen 11:00 Uhr (!) erreichen wir Belchen Nummer 1, auf der Auffahrt haben wir eine 4er Gruppe hergebrannt, ich hätte gerne deren Gesichter gesehen nachdem sie von 11 Moppeds hergebrannt wurden ;-)

Vorboten des Sturms:
Von der Belchenfluhe aus geht es über den wunderschönen Scheltenpass Richtung Delemont. Die beiden Biker *g* die am Schelten eine Rast eingelegt hatten, dachten wohl die SBK-WM macht einen Abstecher ins BST-Land. Ich kann mich gut an ihre offen stehenden Münder erinnern. Naja, kommt ja nicht alltäglich vor, dass gleich eine doch recht grosse Gruppe so andrückt. Was mich wirklich erstaunt, ist mit was für unterschiedlichen Maschinen man einen doch recht engen, aber griffigen Pass in BST-Geschwindigkeit erstürmen kann. Aber es stimmt halt der alte Satz: it's not the bike, it's the driver! In Delemont heisst es Sprit fassen für die nächsten 250 + Kilometer, Frankreich liegt trocken! Den letzten Jurakamm passieren wir über die alte Bergrennstrecke von le Sommet und machen uns nun durchs flache Sundgau auf in Richtung Ballon d' Alsace. Die Dörfer sind wie ausgestorben, keine Menschenseele auf der Strasse. Hat sich wohl rumgesprochen das BST auf Tour ist ;-)

Schon kurz nach dem Start in Laufenburg hatte ich bemerkt, dass die Eisenharte stärker ölt als sonst, jetzt drückt sie das Öl bereits heftigst aus, tja wenn ich das wüsste? Leider ölt sie dabei auch die linke Reifenseite mit ein. Irgendwie raubt mir dieser Anblick den Rythmus. Als ich zudem realiesiere dass Tinu den Ballon d' Alsace über die schnelle Südwestseite anfliegt und diese in den Ecken z.T auch noch feucht ist, fällt bei mir der Schalter auf Schwuchtelmode. Ich winke Joe vorbei, so dass er mit Tinu und Reto vornewegstürmen. Anfangs kann ich noch Sichtkontakt halten, aber auch der reisst bald ab. Kurven mit > 120 km/h sind halt nicht gerade TT-Land. Für eine extrem spektakulär ausgebremste Dose reicht es aber noch. Der Typ wird bei Joe schon gedacht haben, ganz schön knapp. Als ich ihn dann in der Rechtssepentine im Scheitelpunkt quasi ausdrifte wird er wohl etwas an seinem (oder meinem?) Verstand gezweifelt haben. War aber alles im grünen Bereich, die Serpentine war gut einzusehen.
Oben auf der Passhöhe warten breit grinsend unsere drei.ch'ler. "Suisse 3 point, Allemagne 0 point" schallt es uns entgegen. tam! Wo warst du, als wir dich am nötigsten brauchten? (Ich habe mich vor der Auffahrt ganz hinten eingereiht, und nachdem mich Andi vorbeigewunken hat, habe ich mit der Aufholjagd begonnen, dann haben Jottel und ich aus Versehen die falsche Abzweigung genommen) Im Gipfelretaurant schnell eine runde Kaffee eingeworfen und die ortsansässige Trethupe in den sicheren Kariestod geschickt. Immerhin 5 Stückchen Zucker hat diese Kreatur verschlungen.

Der Orkan bricht los:
Abfahrt vom Ballon d'Allsace über die geile Stauseeseite, dabei wird Tinu fast von einem komplett merkbefreiten Holländer abgeräumt, der direkt vor einer unübersichtlichen Kurve über die Gegenfahrbahn wechselt. Wixer! Der Puls von tam, Aceman und mir nähert sich allmählich der 180, wir rollen nämlich auf den Col de Hundsruck zu. Und da habe ich mit beiden eine Ansage laufen. Tinu stürmt als Guide vorneweg, er räumt sozusagen den Weg frei, Jottel, Aceman, /me und tam folgen im Formationsflug. War schon endgeil, mit fünf Leuten diese Krönung des Straasenbaus zu erobern. Aber zugegeben, es war auch am Limit! Wer hier mehr riskiert, spielt russisch Roulette. Die Passhöhe wird quasi überflogen, die Abfahrt ist nicht von minderer Qualität als die Auffahrt. Unten am Ortseingang von Thann, klatschen wir drei uns erst mal während der Fahrt ab, das hätte ich zu gerne auch mal von aussen gesehen ;-) Die ganze Gruppe wurde dabei etwas in die Länge gezogen, ein gutes Zeichen, jeder fäht so schnell wie er will und kann, nichts wird übertrieben. Nun wird ruckzug der Grand Ballon erklommen, eine kurze Rast mit erster Nahrungsaufnahme ( Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4, Bild 5, Bild 6 ), dann weiter über die Routes des Cretes Richtung Petit Ballon. Dabei kriegen wir kurz mal ein Verfahren an den Hals, wir sind schlicht und einfach zu früh in die flasche Richtung abgebogen. Aber gegen 16:30 erreichen wird den Fuss des Petit Ballon. Tinu bittet mich nach vorne, jetzt kommt TT-Land. Engstes Winkelwerk mit entsprechenden Belagsaufbrüchen, ein Fressen für die TT. Allerdings bekomme ich Tinu und den Rest nur ganz allmählich aus dem Rückspiegel. In einer der letzten Kehren vor der Berghütte erwische ich genau auf dem Bremspunkt eine Handvoll Splitt. Aaarrrgl, der Stunt war nicht schlecht, aber mittels artistischer Rumhampelei schaffe ich es oben zu bleiben und die anderen zu warnen. Kurze Kippenpause auf Nummer 4 - Petit Ballon, Tinu und ich beschliessen die Route des Forrestier abzufahren, den anderen langt die Schüttelei, sie fahren über die normale Teerstrasse ab. Was sie verpassen ist ein netter Waldweg und dann die letzten 3 km wieder ein Highlight des Srassenbaus. Diese letzten 3 km hat wohl ein wahrer Kurvenfreund gebaut. Grip, Sicht und Kurvenverlauf sind einfach orgiastisch.

Im Auge des Sturms:
Im nächsten Kaff sammelt sich die Gruppe wieder, wir treffen quasi zeitgleich ein. Nun heisst es möglichst rasch die Rheinebene zu durchqueren. Auf schmalen Strässchen fliegen wir Richtung Chalampe/Neuenburg. 3km vor der Grenze geht Reto der Most aus. Er wird aus den mitgeführten Kanistern erstversorgt, kurz darauf fallen wir in Neuenburg ein und plündern gleich mal die erste Tanke. Schnell noch ein Müsliriegel und eine Cola, das muss langen. Es ist bereits 18:30 und wir müssen noch über die Rheintalflanke des Schwarzwaldes um dann den Belchen stilecht von Aitern aus angreifen zu können. Noch beim aufsatteln, kann ich Reto zumurmlen: Jetzt kommt das deutsche Pendant zum Col de Hundsruck! Er: Gut, ich freu mich (Reto: bitte in Berner Lautschrift übersetzen :) Andreas, unser Wiedereinsteiger, verabschiedet sich hier, glücklich und geschafft wie ich hoffe. Hut ab, nach weniger als 5Mm auf dem Mopped eine solche Tour und vor allem kein falscher Ehrgeiz. Klasse! Seinen Schock erlebte er wohl, als er sich an Ingolf (der ja fast sein Papa sein könnte) hängen wollte und der ihn mit der Alteisensuzi (die fast so alt ist wie Frank) einfach mal so im Eck stehen liess *g* Aber sonst hat er sich wacker geschlagen. Auch Frank, bricht wegen siffender Simmeringe an seiner Duke ab, auch er war wirklich gut bei der Musik.

Bebe, Belchen, bebe!
Via Badenweiler geht es los Richtung Schönau: Der Pass über den Kreuzweg gehört IMHO zu den geilsten Fahrstrecken die ich überhaupt kenne. Fast 30km, guter Grip, und eine Kurve an der anderen. Die Westseite Winkelwerk, die Ostseite etwas weiter, aber immer noch sehr spassig. Und wir kommen von Westen!
Tinu brennt vorne weg, tam hinterher, dann /me, Jottel und Aceman. Bereits die Eröffnungssequenz mit ihren 3 Kehren, macht klar, hier findet der Höhepunkt statt. Tinus Kuh hängt ihre Euter bedenklich nah an den Teer, tam zieht mit der Duc einen genialen Strich durch die Kurven, ich kann nur mit heftigen Drifts und wilden Anbremsmaövern Kontakt halten, hinter mir brüllt einer der V2's (VTR) wie wild und macht sich in jeder Kurve mit heftigem Rastenkratzen bemerkbar. Ab dem Mitteldrittel sind Tinu, tam und ich alleine und fahren wirklich am Limit. Die erste und einzige Bullenschaukel des Tages kommt uns entgegen, wir braten WFO weiter. Ober am Kreuzweg, halten wir an. Die dort rastenden Superbiker, trauen ob der qualmenden TT ihren Augen nicht. Mit etwas Abstand kommen Jottel, Reto und Joe, Thilo, Ingolf und Chef lassen auch nicht allzulange auf sich warten. Achja Reto: Suisse 1 point, Allemagne 2 point *gg*
Aber zugegeben, dieses Prachtstück von Strasse sollte man schon ein paar mal gefahren sein. So jetzt schnell die Ostseite runter, da kann ich nicht ganz den Anschluss halten und rauf auf den letzten Belchen. Um 19:45 erreichen wir das Forsthaus, leider dürfen KFZ am WE nicht die letzten 4 km hinauf, was soll's, wir haben sie schliesslich alle an einem Tag erstürmt!

After the storm:
Wir beschliessen noch im Forsthaus einzukehren, da wir ja sowieso in die Dunkelheit kommen würden. Erstaunte Gesichte begrüssen die 9 verbliebenen Belchenstürmer, 2 Tische zusammenstellen und dann ordentlich vespern. Zwischendurch wird ein bisschen Benzin geplaudert, Heldentaten zum Besten gegeben (Tinu: Ich hab am B.d.A nur ein oder zwei Dosen hergebrannt. All: SCHWUCHTEL), ein paar Bonmots abgelassen (Reto: Da wir die Grossmutter feucht (TM)). Kurzum, ein würdiger Abschluss einer wirklich geilen, gemütlichen Altherrenausfahrt (TM) Reto und Frank werden bei dieser Gelegenheit zu alten Herren h.c. erklärt ;-)
Ich kann nur feststellen: obwohl ich meist solo fahre, in Gruppen eigentlich nur mit langjährigen Bekannten, soviel Spass und so eine geile, schnelle, harmonische Fahrorgie in dieser Länge, habe ich schlicht weg noch nie erlebt. Für einmal übernehme ich Retos Satz: BST, the short form for the BEST! BST-Cuntry rulez, oder kann mir einer eine Gegend in Deutschland mit Nachbarschaft sagen, wo man so lange, so heftig andrücken kann? Und das noch ohne Schnittlauchkontakt. U remember, ich war die ganze Tour ohne Blech unterwegs *g*
Danke Leute, es war sensationell!

Die Tour von Lauffenburg bis deutscher Belchen auf einer Karte (336KB) eingezeichnet.

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Die Spalter-Tour am 2000-08-26

Text: HansMan

So, einen Tag Regen und einen halben Arbeitsvormittag später hab ich Zeit für eine kurze Nachricht:

Am Samstag, 26.9.2000 gegen 9:20 (/me hat sich ein bissel in der Strecke Holzhausen-Laufenburg/CH verschätzt) fanden die TransVosges und ich in Laufenburg/CH vier Mitstreiter vor:

  • Tinu Purmann mit BMW R1150GS "Karl Dall" (die Zylinderpräser mit den Wald/4-Kampfspuren hat er ersetzen lassen, das Weichei :-) )
  • Thilo mit seiner NoStickersPlease-Kawasaki ZZ-R 600
  • Peter "Bademeister" Linder mit der BMW R1100GS und
  • Ingolf "280kg Alteisen" Fischer mit der Suzuki GS1100G

Nachdem ich meine grobe Vorstellung von der Strecke Tinu gezeigt und der nur "also bis Délemont kenne ich das alles auswendig" gesagt hatte, haben wir uns alle hinter Karl Dall geschart und sind los.

Über kleine und kleinste Strässchen gings via Salhöchi nach Trimbach und dann auf einer prima frisch gesplitteten Piste rauf zur Belchenflueh (wenigstens waren an beiden Enden der Splitstrecke ausführliche Warnschilder für Motorradfahrer und Radler aufgestellt). Bei Kaffee und Schinkenbrot am Gasthof Oberbölchen eine erste Rast, dann gings weiter. Über den Scheltenpaß (grenzgenial!) Richtung Délemont, dann bald hinüber ins Französische und frei nach GPS grob Richtung Giromagny. Hey Tinu, ich glaub irgendwann brauch ich auch so ein Ding, ich kann ja nicht immer mit Dir fahren.

Die Serpentinenrampe rauf zum Ballon d'Alsace war dann der perfekte Einstieg ins Vogesenrevier *braaaaaaat*.

Oben an der Passhöhe eine aufgrund der etwas transusigen Bedienung ausgedehnte Mittagsrast. jede Menge Poser unterwegs, ansonsten war bis dato aber das Verkehrsaufkommen eher mäßig.

Gegen 16:00 Start Richtung Masevaux, wir tanken uns (immer höflich, aber bestimmt) durch ein Radrennen :-) und flüchten aus der Hitze des Tals über den Col Amic auf den Grand Ballon. Beweisfoto, Kippe für Ingolf, weiter.

Über den Le Markstein und den Col du Platzerwasel fahren wir hinunter nach Sondernach. Dort spitz rechts weg, dann beginnt die Fahrwerksteststrecke zum Petit Ballon. Ich liebe meine Technoflex-Gabelfedern :-) Tinu gesteht nach(dem)her(gebranntwerden): "da hätte ich nicht schneller können". Beweisfoto, Kippe für Ingolf. Warum lächelt Thilo nur so gequält? Wir sind doch noch garnicht wieder runtergefahren. Vorne runter natürlich, Richtung Col du Firstplan. Der Kenner weiß: das ist der Initiationsritus für Straßenbikes, die im gemäßigten Belchenstürmer-Offroadmodus bewegt werden sollen. Hehe.

Der Rest ist dann eher Standard: die Abfahrt ins Munstertal ist nochmal nett, dann über RN Richtung Colmar. Dort Verabschiedung, Ingolf wollte noch nach Waldkirch und so sind wir über die langweiligen kerzengeraden Elsaßpisten der Rheinebene Richtung Breisach.

Schee wars, der Sigma sagt was von knapp 500km (incl. Anreise) und einem Schnitt von ca 68km/h.

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Ironman in Freiburg am 2000-06-25

Text: tam

Dass wir auf der Strasse schnell sind, das ist wohl allen hinlänglich bekannt, dass wir aber im moppedfeindlichen Terrain auch present sind ist neu.

Chef (Startnummer 323) und ich (Startnummer 328) haben keine Anmeldekosten und Mühen gescheut um uns bei diesem Event zu vertreten. Es galt 400m im Wasser (spuck), 25km auf dem F×hrrad (spuck) und 4km zu Fuss (spuck) möglichst schnell und am Stück zu absolvieren.

Die erste Prüfung war nicht sportlicher Natur sondern die Startzeit. 10:00 Uhr gings los, 09:00 Uhr antreten zum Nummern abholen, also 06:30 Uhr aufstehen. Am Sonntag.

Am Tag zuvor habe ich noch ein Zweirad ausgeliehen, und jemanden oragnisiert, der mir einen Helm mitbringt. Chef hat mich gegen 08:00 Uhr abgeholt und dann ging's mit Zweifel über die eigene Kondition zum Startplatz.

Erster Event, Schwimmen: Lufttemperatur 13°C, auskleiden bis auf Badehose. Ich glaube ich brauche dem nichts mehr hinzuzufügen. Das Wasser war gemessen an der Lufttemperatur wie eine Badewanne, und die 400m gingen recht gut. Abtrocknen, umziehen und dann war für die nächste Stunde Pedale treten angesagt.

F×hrrad: Für einen wie mich, der so ein Foltergrät nur vom sehen kennt war es doch recht ungewohnt, dass die anderen damit recht schnell unterwegs waren und so brannten uns die ersten der nächsten Startgruppe schon bald so dermassen her. Aber das störte uns nicht weiter und wir fuhren für unsere Verhältnisse recht zügig. Im Gegensatz zu unserem bevorzugten Transportmittel, machen Kurven bergauf mit dem Drahtesel gar kein Spass. Am Ziel angekommen waren die ersten Schritte recht unkoordiniert, und nachdem wir die Mühlen geparkt hatten stand die letzte Prüfung bevor.

Laufen: Unsere Befürchtungen, dass dies wohl das härteste der drei Abschnitte wird, haben sich schon recht bald bestätigt. Jetzt bloss nicht aus dem Trott kommen, immer schön weiterlaufen. Wir sprachen uns gegenseitig Mut zu uns spekulierten über die Strecke die wir schon hinter uns hatten. Dann am rechten Streckenrand die Ernüchterung in Form eines Schildes. Noch 3km. Arschbacken zusammen und durch.

Nach ca. zwei Stunden war es (und wir) geschafft. Nach dem Ziel gab es Melonen zur Erfrischung, und ein Kasten Zäpfle den "unsere Crew" mitgebracht hat.

Alles in allem recht anstrengend aber wie bei vielen schrecklichen Dingen wie z.B. Schule und Bundeswehr erinnert man sich hinterher nur noch an die guten Sachen. Wir sind nächstes Jahr wieder dabei - vielleicht voll fast ganz.

Mit etwas Glück kann ich noch Bildmaterial auftreiben.

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Zurück vom Berg am 2000-06-06

Text: Beeze

Hier der Bericht in Kürze: Heil zurück vom Erzberg. Und das Mopped auch. Und die Dose auch, naja, fast ;-)

Allerdings hatte Peter erheblich weniger Glück, er hat sich am Sonntag im HareScramble einen heftigen Unterarmbruch zugezogen und muss wohl operiert werden. Kay war Augenzeuge und wird in seinem Bericht mehr ezählen können. Ausser Peter konnten sich nur Kay und Thosi fürs Hare qualifizieren, beide erreichten gerade mal Stempel 2. Sök, Anke, Navena et moi haben geschwuchtelt, Michi Selg und Frau Kohrs wollten eh nur das Iron Road fahren. CeBe und Ron bildeten unser Boxenteam

Und hier länglich:

Dienstag Abend: Der Begriff ExtremeDosenStopfing (TM) bekommt eine neue Dimension. Mit Hilfe zweier Freunde (Thx Bolle und Michl) wird die TT in den Audi gestopft. Sobald Kay oder Thorsten die Pix im Netz haben folgt die URL und ich werde den offiziellen drm-Antrag zur Zuteilung des drm-Begriffs "Beezen" stellen ;-)

Mittwoch Abend: Abfahrt 18:00 Richtung München, weiter bis Piding. Dort hat sich CeBe kurzfristig als Relaisstation angeboten, ein Angebot dem Kay, Thorsten, Sök und ich gerne nachkommen. Ich schlage gegen 24:00 als erster bei CeBe auf, um 01:00 folgt Thosi und um 02:30 das Duo Infernale. Danach das übliche drm-Gelabere, das Besäufniss hält sich in Grenzen, gegen fünf Uhr gehts für 4h in die Falle. Danke nochmal CeBe, ist immer wieder Klasse wenn einem nur über drm bekannte Leute, einfach so Übernachtung und Paady anbieten.

Donnerstag: Transfer zum Erzberg. Dort angekommen, klappt alles reibungslos und unaufgeregt, in 5min haben wir die Nennung hinter uns. Michi Selg mit Ron (von MMM?) ist inzwischen zu uns gestossen. Während wir uns im Fahrerlager breit machen schlagen auch Peter und Anke auf, so dass eigentlich nur noch Frau Kohrs fehlt. Doch der wollte ja eh die Nacht durchfahren um uns dann mit der SR fürchterlich herzubrennen :) Der Rest der drm/[ENDURO]'ler hat geschwächelt, manche schreckten ja nichtmal vor Selbstverstümmelung zurück, gelle Raoul *e.g* In der Zwischenzeit sind der Audi und die TT zum meistfotographierten Objekt im Fahrerlager geworden. Kini hatte mit dem Werkstruck keine Chance, erst als ich sie ausgeladen habe legte sich die Aufregung etwas. Peter und Anke haben niedrige 200 Startnummern, d.h frühaufstehen, was aber beiden wohl eh gelegen kommt, Michi und Thosi müssen so zwischen 11-12 , Kay, Sök et moi erst am frühen, Frau Kohrs mit seiner 1000er Nummer erst am späten Nachmittag ran. Navena ist mit ihrer GasGas-Truppe hier, beehrt uns aber immer mal wieder mit einem Besuch. Sie startet mit Thosi in einer Gruppe. Abends gibts dann ordentlich Paady. So gegen 04:00 troll ich mich, ich muss ja noch fahren!

Freitag: Strahlender Sonnenschein, Peter und Anke legen ihren ersten Lauf hin. Als sie zurückkommen, nervöses Auquetschen: wie wars, wie ist die Strecke, viel Staub, usw? Peter hat sich selbst eine 16:30 gestoppt und ist begeistert vom Fahrverhalten der 520er EXC, Anke klagt über Aussetzer im 6. Gang ihrer 400EXC.

Gegen 13:00 machen Kay, Sök und meinereiner uns auf den Weg zum Vorstart. Dort steht immer noch Thosi der über eine Stunde vor uns aufgerufen wurde. Wir verbringen fast 2h in sengender Sonne, die Helme als Sonnenhut missbrauchend.

Waren wir vorher schon gut nervös, so wird das jetzt zum ausgewachsenen Lampenfieber. Die Gedanken kreisen, wir lenken uns gegenseitig ab, brennen uns im Geiste her, labern und WARTEN.

Endlich, gegen 15:00 werden wir zum Start geführt. Aufstellen nach Startnummern. Unglaublich, was beleidigt da mein Auge, eine BMW Boxer *spuck* steht direkt vor mir am Start. Na warte Bursche, aus dir mach ich .....;-)

Im 30 sec Abstand werden wir den Berg hochgeschickt. Die BMW wird vorgewinkt, mein Puls nähert sich 180, die BMW startet, ich rolle vor, Puls 200, Scheisse wie lange können denn 30 secs sein, ich hab den Gang drin, ist der Benzinhahn auch sicher auf, jetzt heb endlich das Scheiss Tuch, WAAAAH ich will rauf!

Der Starter hebt die Fahne, ich schiesse viel zu hastig aus der Startbox, Wheelie incl Seitendrift, Gas zu und wieder auf, 2er, 3er, 4er, 5er Gang. Mit ca 120 eine leichte Biegung hinab, dann über eine lange hartsandige Fläche, links die erste Schikane. Dann das erste mal den Berg hoch, 4-5 Gang Vollgas. Da ist die BMW. Hah, das dauerte nicht lange, Schurke. Wieder mit Fullspeed über eine breite Ebene auf den RedBull-Bogen zu. Spotz, spotz ruckel, wabroooo, Kehre, Vollgas, spotz, spotz, spotz NEEEIIIIN, nicht wieder dieser unerklärliche Wackler in der Zündung, die TT röchelt noch fehlzündend 500m weiter und läuft dann aus. Abspringen und am Kabelbaum reissen, ankicken, kommt, Vollgas, 2er, 3er, Gang, rattapingpongpingpong was ist denn das?

Anhalten, nachschauen, erschrecken.

Der Sicherungssplint meiner v. Bremsbeläge hat sich davongemacht, er wurde zur Strafe von den Speichen ordentlich rund gemacht, die Bremsbeläge sind bereits halb draussen. Weia, wenn das auf einer der FWO-Geraden mit anschliessender Kehre passsiert währe? Das wars mit Lauf 1 :-(( Toll, 780 km Anreise und dann nach 2-3 km ausgeschieden. Frustriert hopple ich ins Fahrerlager zurück, spoz spotz, geht die Kiste wieder aus. In diesem Moment habe ich beschlossen, dass wir uns bald trennen werden. Die letzten Meter zum drm-Lager läuft sie wieder.

Thosi, Kay und Sök kommen alle heile und relativ zufrieden zurück und Kay et moi machen uns über die Eisenharte her. Ein neuer Splint für die Bremsbeläge ist rasch aufgetrieben (25.-DM), der Kabelbaum wird ein bisschen gesäubert, Kill-Schalter durchgemessen, LiMa ein bisschen gemessen, wir finden nix un bauen alles wieder wie gehabt zusammen. Probefahren ist nicht möglich da im Fahrerlager strengstes Fahrvewrbot herscht. Also Prinzip Hoffnung. Gegen 18:00 ruft Frau Kohrs an. Wo wir denn ständen? Ein kuzer Beschrieb folgte und 5 min später stand er vor uns. Gegen 17:00 war er am Berg aufgeschlagen, warf das ganze Gepäck in den Dreck, rannte in's Rennbüro und raste mit unglaublicher Geschwindigkeit als eiener der letzten den Berg hoch. Davon hatten wir alle nix mitgekriegt, dafür standen wir dann staunend vor seinem Gepäckberg, incl. 2 Felgen mit MT18 Bereifung!

Am Abend gab es erst die Ergebnisse (alles ca.: Thorsten 16:08, Kay 16:30, Peter 16:45, Sök 17:50 incl 2 x verfahren, Anke ???, Michi ca 22 und Frau Kohrs mit 31 mins) danach wieder ein bisschen Paady, wobei ich es mir verkneifen musste mich einfach volllaufen zu lassen. Der Frust sass tief.

Freitag: Es ist noch heisser, der Staub vereitelt am Morgen deutliche Zeitenverbesserungen, Peter kann sich immerhin auf 16:10 verbessern. Michi bremst ein Rennabbruch kurz vor Ziel aus, Thosi legt eine unglaubliche 15:15 hin.

Dann sind wir wieder dran. Diesmal sind wir erst in allerletzter Minute zum Vorstart gerollt und werden prompt sofort zum Start geführt. Erheblich ruhiger und mit der Einstellung " Sie wird ja eh nach 2km wieder rumzicken" rolle ich ins Starthäuschen, Puls 180, FWO, diemal gehts besser, die BMW wird schon in der allerersten Biegung hergebrannt, danach ein R*ller, vorbei an meiner gestrigen Pannenstelle, ich schraube heftig am Gas, aber so richtig schnell bin ich nicht. Die Kurven laufen einfach nicht flüssig, ich bin viel zu spät am Gas und fahre steif wie ein Bock ums Eck. Nix mit Druck auf der Aussenraste, locker nach hinten lehnen Ellenbogen hoch etc. ;-((

Ausserdem kriege ich schon jetzt, noch weit vor dem Fahrerlager dicke Arme. Vorbei am Fahrerlager und den 3 Schikanen, Gott habe ich die geschwuchtelt, in einem 2. Lauf hätte ich hier erheblich mehr Gas stehen lassen. Jetzt rauf in den eigentlichen Berg. Gerade, Vollgas, Kehre, Gerade, Vollgas, Kehre, etc. Hört sich langweiliger an als es ist, da die unterschiedliche Länge und leichte Biegungen der Geraden das ganze etwas würzen. Als ich endlich mein Geschwuchtel aus den Kurven abgestellt bekomme, werde ich von einer 4T KTM und danach im kompletten Blindflug von einem total merkbefreiten 2T Fahrer hergebrannt. Sicht 5m bremst dann erstmal weitere Fortbewegung mit rrr-Richtgeschwindigkeit.

Im letzten Viertel wirds böse felsig, meine Arme fühlen sich an wie Hartholz, die Zunge klebt ob des Staubes am Gaumen und die Eisenharte macht auf den Felsen Bocksprünge wie ein Bulle dem man in die Eier getreten hat. Ich kann noch 1 oder 2 KTM-Fahrer herbrennen und komme endlich oben an. War doch etwas anstrengender als erwartet. Thosi wartet und filmt, Kay und Sök folgen bald nach mir, auch keiner gestürzt.

Am Abend macht Frau Kohrs die Runde komplett, auch er ist heil geblieben. Dann das warten auf die Zeiten, ich bin mir aber sicher, dass es von der Zeit niemals für die ersten 500 langen kann, bleibt nur zu hoffen dass es über Nichtmelder langt. Ein Lauf ist halt zuwenig zum hirnlos angasen. Ich schätze mal das ich mich in einem 2. Lauf so 30-60 sec verbessern könnte.

Gegen 22:00 dann die Zeiten, eine hohe 17er und ein niedriger 800er Platz für mich ;-(( Ich schäme mich und kehre gesenkten Hauptes heim. Anke ist auch in dieser Region, Thosi ist als 350. und Kay als 480. direkt qualifiziert, Peter rutscht als 540. über die Nichtmelder rein. Sök (auf dem 7XX Platz) und ich sind tief frustriert, unsere beiden Damen gucken auch nicht gerade glücklich aus der Wäsche.

Was sich am Sonntag so alles abpsielte soll Kay berichten. Nur soviel, ich bin zwar immer noch gesfrusted micht nicht qualifiziert zu haben, aber ev. auch froh mir das nicht angetan zu haben. Oder wie Sök entsetzt sagte: "Kannst du dir vorstellen das Thosi schon vor dem ersten Stempel platt auf dem Rücken lag und jammerte " Sök, hilf mir?"" IMHO, war das definitiv übers Ziel hinaus geschosssen was die Jungs vom Reitwagen da organisieren wollten, so kriegen sie die Veranstaltung in 2 Jahren klein. Selektives Fahren ja, aber doch bitte über die Strecke verteilt.

Peters Verletzung war da nicht mal ausschlaggebend, das ist eine im Motorsport vorkommende Sache, dass weiss jeder der startet. Er als alter Supermotofahrer sicher am besten. Auf diesem Wege auch nochmal gute Besserung und toi toi toi, dass wir bald wieder was von dir zu lesen kriegen. Naja, nextes Jahr probier ichs wieder, dann kann ich hoffentlich mitreden. Obwohl, so ganz sicher bin ich mir da noch nicht :-/

Achja, auf der Rückfahrt brach dann irgendwas an der Gaszugführung vom Audi. Ein bisschen mit Kabelbinder mc-gyvert und dann den Rest so mit 80-90 heimgetrödelt, um 05:00 war ich daheim.

Kay's Bericht gibts auf: http://www.rrr.de/~lc4/erzberg/erzberg2000/index.html

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Les (fast) 3 ballons am 2000-06-04

Text: tam

Ganz viele neue Gesichter habe ich gesehen, als ich ca. 10:15 Uhr als letzter zum Treffpunkt 2 gekommen bin.

Zum ersten Mal dabei:

  • Peter "Joe" Linder auf BMW 1100 GS
  • Frank Koss auf KTM Duke
  • Thilo Ketzscher mit Kawasaki ZZR 600
  • Andreas "Andi" Schmidt mit fast neuer Kawasaki ZX-9R
  • Ingolf Fischer auf Suzuki GS1100G
  • Andreas "Mounty" Bergmann mit BMW R 1100 GS ("erst" die 2. Tour, deshalb noch unter neu)

Schon immer dabei und auch heute wieder:

  • Armin "Chef" Lüber
  • Jürgen "Jottel" Lämmlin
  • Timo "tam" Maier.

Es war in diesen frühen Sonntagsstunden schon recht warm, und wir hatten uns vorgenommen die 3 Belchen (d'Allsace, Grand und Petit) zu überwinden. Standardanfahrt über A-Bahn bis Thann, Col du Hundsruck, Masevaux zum Ballon d'Allsace. Von Sewen auf den Gipfel dieser vom Gott der Kruven gebauten Strecke, ist wohl das beste was einem an einem Sonntag wie diesem passieren kann. Dieser Abschnitt ist mein Lieblingsstrecke, den ich auch immer wieder ohne Rücksicht auf Gruppe, A×tos und andere Hindernisse ganz für mich alleine geniese. Links setzt's auf - egal, rechts schrubbeln Hinterbremspedal und Raste - na und?

Buckel wieder runter nach St. Maurice wo KTM und VTR schon recht durstig nach Zapfhahn lechzten. Weiter nach le Thillot, rechts auf die D486, dann D43 nach Kruth. Auf der D13 zügig auf den Col de Bramont. Dieser Abschnitt ist recht atypisch für die Vogesen, da auf langen Geraden dann 180° Kurven folgen und der Asphaltbelag, naja, die Schicht auf der Strasse nicht sehr vertrauenswürdig ausschaut. Aber der erfahrene bst-ler weiss, dass auch hier 100% Grip den Spass nicht schmälert. Leider mussten wir oben angekommen wieder umkehren, weil wegen irgend einem Rennen ein Route barré (oder so) Schild auf der Straße stand. Dafür gab's an einem kleinen Imbisswagen Orangina in der 0.33l Dose im Sonderangebot für 10FF.

Stück zurück, über D27 nach Le Markstein. Aus Zeitgründen (und als Anreiz für die nächste Tour) habe ich jetzt den Petit Ballon von der Route gestrichen, also direkt über den Grand Ballon wieder nach Thann bis Müllheim.

Fröhlicher Ausklang nach schnellen 240km im Café Mezzo, nachträglich nochmals herzlichen Dank an Joe von der ganzen Gruppe, der als Einstand die Zeche aller Rocker übernommen hat.

Jetzt bleibt nur noch eins: Gerne und jederzeit zur Wiederholung bereit.

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Kickoff Ausfahrt y2k am 2000-04-09

Text: Tinu

Treffpunk 2, 11.20 Uhr ging's los. Zum ersten mal heute dabei Reto "Das Phantom" Kohler und Andreas "Mounty" Bergmann, dazu sechs alte Hasen: Tinu, Jürgen, Chef, Marc, Astrid (siehe Gründungsfahrt 1998) dieses mal auf eigenen zwei Rädern mit ihrer grünen Kawasaki KDX 125 und /me.

Auch Hardware-technisch gab es zwei Neuerungen: Reto auf einer nagelneuen Aprilla RSV Mille R, Tinu auf einer druckfrischen BMW R 1150 GS.

Nun, eigentlich habe ich gehofft, dass sich mal ein bst-ler ungleich /me hinsetzt um ein paar Zeilen zu schreiben, aber ... deshalb fass ich mich kurz.

  • Wetter: kein Regen
  • Strecke: 210km (Chalampé - Chalampé)
  • Durschnittsgeschwindigkeit: knapp 73km/h
  • Waypoints: Chalampé, Thann, Maseveaux, Ballon d'Allsace und zurück
  • Ausfälle: keine

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2-Rad in Zürich am 2000-02-18

Text: YJ

Eingefunden haben sich um (naja... ) 18:30 bei der neuen Honda XR650:
Tinu, Hanki, Claudia, Astrid und meine Wenigkeit.

Ich hatte mich schon kräftig mit Klamotten-Katalogen eingedeckt, weil so eine Offroad-Ausrüstung will nicht nur gekauft, sondern auch erst gefunden werden.

Dann wurde ausgiebig probegesessen auf den Hondas aller Couleur - aber Hallo, die X11 hat ja wirklich eine unsägliche Ergonomie - und nicht zuletzt auf den BMWs. Den C1 liessen wir links liegen, die F650GS (mit und ohne 'Dakar') fanden jedoch Hankis und meinen besonderen Gefallen. Das Konzept ist irgendwie stimmig, wenn auch etwas schwer. Wobei ich das mit dem "stimmig" dahingehend relativieren muss, dass dem Konzept definitiv ein Zylinder fehlt. Also die 'Dakar' mit ihrem 21"-Vorderrad muss ich unbedingt einmal probefahren.

Auch Astrid zeigte sich von der GS sehr angetan. Wie es scheint, ist diese neben der Suzl DR650 das einzige Bike, das sich noch ein wenig "Enduro" auf die Fahne schreiben darf, und dabei die Alltags- und Tourentauglichkeit unter Beibehaltung der enduro-mässigen Sitzposition nicht vernachlässigt. Kurz: sie meint ihr Bike für die Zeit nach der 125er gefunden zu haben.

Tinu schwärmte uns von Karl Dall viel vor, und in der Tat ist das Teil dermassen hässlich, dass es schon fast wieder nett aussieht. Wenn bloss diese T66 nicht wären *seufz*. Sie werden es nie lernen...

Interessant auch die sitzposition (auch zu 2t) auf der Cagiva Navigator, der um den TL1000-Motor aufgewerteten Gran Canyon. Nicht unbequem, aber mit der Topcase-Kante im Rücken der Sozia. Irgendwie italienisch, das. Dafür fand die Teilzeit-Sozia den unsäglichen Schwuchteleimer am Honda-Stand umso bequemer. Was bin ich froh, dass die Sozia-Zeiten bald vorbei sind! :-)

Interessant zu sehen (leider nicht zu be-sitzen) waren die beiden Raptors am Cagiva-Stand. Defintiv, das ist das Weiterspinnen des Monster-Gedankens. Das Teil dürfte gehen wie Schmidts Katze!

Gefallen fand bei Claudia auch die neue MZ RT125 am Egli-Stand. Astrid bemängelte die an der Tankbasis zu breite und daher für Frauen eher unangehnehme Sitzbank, aber sonst dürfte das ein feines kleines Bike sein.

Nachdem ich mir am IXS-stand noch hatte erklären lassen, dass die schlampige Verarbeitung meiner Hypro-Hose (Oberschenkel-vorderseite besteht aus 3 Stücken, jeweils geklebt und mit nur einer einfachen Kehrnaht versehen) nichts als Kostengründe hätte... *GRMPF* DANKE!

... war es dann schon bald 21:00 und wir verzogen uns mit Katalogen belastet hinüber in den Stadthof 11 in die Chicken Factory, wo unter allerlei Fachsimpelei der Abend ausklang.

In 2 Jahren wieder...

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